Manchmal ist es gar nicht so schlecht, eine europäische Ordnung zu zerstören.

Heute morgen fand ich folgenden Tweet in meiner Timeline: “Greece destroyed European order in 1827 says man from a country that started two of the most destructive wars ever http://www.welt.de/geschichte/article142305296/Griechenland-zerstoerte-schon-einmal-Europas-Ordnung.html …”

Die Frage, ob ein Deutscher solche Dinge behaupten darf, werde ich nicht diskutieren, und ich habe heute morgen, als ich den Tweet fand, auch gar nicht darüber nachgedacht. Allerdings habe ich heute nachmittag über ähnliche Themen nachgedacht und kann jetzt auch zu dieser Frage etwas sagen. Aber zunächst werde ich darüber nachdenken, ob das, was er sagt, wahr ist.

Ich habe also den Original-Artikel nachgelesen: Griechenland zerstörte schon einmal Europas Ordnung

Mein erster Gedanke: Mein Weltbild ist wieder in Ordnung. Die “Welt” ist eine ultrakonservative Zeitung, so wie schon vor dreißig Jahren, als ich sie im Unterricht meines ziemlich rechten Geschichtslehrers kennenlernte. Zwischendurch war ich ins Zweifeln geraten angesichts der Tatsache, dass Journalisten, die ich als links und alternativ einschätzte, anfingen, für diese Zeitung zu schreiben.

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Das Zwangsarbeiterlager am Wegesrand ~ irgendwie jüdisch

Das Zwangsarbeiterlager am Wegesrand ~ irgendwie jüdisch.

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Unter Wölfen: Wann victim-blaming angebracht ist

Die Bildzeitung lese ich nicht, aber wenn ich sie beim Bäcker oder bei rewe sehe, schaue ich mir das Titelblatt an beziehungsweise, ich schaffe es nicht, wegzusehen. Seit einigen Monaten habe ich nun den Eindruck, dass sich die Bildzeitung ein neues Feindbild gewählt hat: Wölfe. Angeblich sind sie schon bis ganz in die Nähe von Hannover vorgedrungen, sie belagern quasi schon die Vororte und die Neubausiedlungen am Rande der Stadt.

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Verlinkt von malmoe, und ein paar Worte über den Unterschied zwischen “Israelkritik” und Antisemitismus

Vor ein paar Tagen habe ich entdeckt, dass jemand über einen Link von malmoe.org zu diesem Blog gefunden hat. Ich habe also nachgeschaut, was das für ein Link war, und habe festgestellt, dass ich dort als Beispiel für eine Feministin, die sich kritisch mit Butlers Antisemitismus auseinandersetzt, genannt werde, und noch dazu als einziges Beispiel. Das ist nun ein bisschen viel der Ehre, schließlich bin ich nur eine Amateurbloggerin mit wechselnden Themen und einer begrenzten LeserInnenschaft. Da ich den Artikel, der mich zitiert, ziemlich gut finde, möchte ich mich revanchieren und ihn meinerseits verlinken: Verdrängung der Feministin. Weiterlesen

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Befreiung von den Deutschen

Ursprünglich veröffentlicht auf Lizas Welt:

Heute vor siebzig Jahren wurde nicht Deutschland vom Nationalsozialismus befreit, sondern die zivilisierte Welt von der deutschen Barbarei. Die Deutschen, die bis zum Schluss hinter ihrem geliebten Führer standen, mussten mit massiven militärischen Mitteln zur Kapitulation gezwungen werden, und sie empfingen die Alliierten nicht mit Blumen, sondern mit Argwohn, unendlichem Selbstmitleid und dem Gefühl, um den Endsieg betrogen worden zu sein. Für sie war der 8. Mai 1945 der Tag der Niederlage, und so haben sie es auch selbst gesehen. Sehr zu Recht übrigens, denn befreit werden kann nur, wer sich zuvor in einer Form von Gefangenschaft befunden hat. Die übergroße Mehrheit der Deutschen hat das volksgemeinschaftliche Projekt des Nationalsozialismus und seine Menschheitsverbrechen jedoch begrüßt, getragen oder zumindest geduldet. Wer also davon spricht, der 8. Mai sei auch für die Deutschen ein Tag der Befreiung, macht erstens zwischen ihnen und den Nazis einen Unterschied, den es nicht gab, und zweitens…

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Die rote Linie

susanna14:

Wieder einmal mache ich Werbung für einen Text von Quergedachtes – ein Blog über Autismus. Lest den Text, er ist sehr spannend. Ich interessiere mich für das Thema nicht als von Autismus betroffene, sondern als Pädagogin und als an Psychologie interessierter Mensch. Dressur scheint mir als Therapiemethode völlig ungeeignet, da sie ganz und gar an der Oberfläche bleibt, und mehr den Eltern als den Kindern nützt.
Hier noch die Links zu den beiden im Text erwähnten Artikeln:
Stellungnahme gegen ABA
Stellungnahme zur Kritik an ABA

Ich habe beide Texte gelesen. Eigentlich wollte ich den Text des Knospe-Anbieters weglegen, als ich den Vergleich mit den Leugnern des von Menschen verursachten Klimawandels las. “Wir sind die Wissenschaftler – die anderen sind unwissenschaftlich und verbreiten falsche Behauptungen, die von Wissenschaftlern nicht geteilt werden.” Ich habe einige Artikel gelesen von Klimaforschern, die sich bemühten, die Behauptungen von Leugnern zu widerlegen, und sie taten es sehr liebevoll und sorgfältig, indem sie jede einzelne Behauptung unter die Lupe nahmen, schrieben, inwiefern etwas an dieser Behauptung dran sein könnte, und warum sie trotzdem nicht widerlegt, dass es einen Klimawandel gibt und dass dieser von Menschen verursacht ist und gestoppt werden kann, wenn Menschen ihr Verhalten ändern. Der Text von Knospe liest sich anders. Er beschäftigt sich nicht ausführlich mit dem Text, den er kritisiert, sondern wiederholt wie eine Schallplatte: Wir sind Wissenschaftler, die sind es nicht. Ansonsten ist er nur manipulativ.

Mich erinnert dies an eine Beobachtung, die ich in verschiedenen Zusammenhängen gemacht habe: Wenn jemand nicht weiß, wie er eine gerechtfertigte Kritik zurückweisen soll (eben weil sie gerechtfertigt ist), verwendet er spiegelbildlich die gleichen Vorwürfe gegen diejenigen, die ihn kritisieren. Aber es funktioniert eben nicht. Nicht der Text von Autismus Mittelfranken, sondern der von Knospe ist unwissenschaftlich und manipulativ. Man erkennt dies schon an Kleinigkeiten: Dem Text des Knospe-Anbieters fehlen die Fußnoten und Literaturangaben. Und das ist keine Pfennigfuchserei: Immerhin behauptet der Text von Knospe, er habe Zugang zu einer Unmenge englischsprachiger Fachliteratur. Warum sucht er nicht zwei oder drei Texte aus und teilt sie mit seinen Lesern und Leserinnen?

Ursprünglich veröffentlicht auf Quergedachtes | Ein Blog über Autismus:

Jeder Mensch hat sie glaube ich. Die ultimative rote Linie bei der es für andere Menschen nicht ratsam ist das man diese überschreitet. Gestern wurde eine meiner roten Linien wenn schon nicht überschritten aber dennoch betreten. Wie es dazu kam möchte ich in diesem Blogpost beschreiben.

Wie ich schon an dieser Stelle  beschrieben habe, hat der Regionalverband Autismus Mittelfranken einen mutigen Vorstoß gewagt: Sie haben sich offen gegen ABA (Applied Behavior Analysis, Videobeispiel am Ende des Textes) ausgesprochen. Ich unterstütze dieses Vorhaben und bin damit in der autistischen Community bei Weitem nicht alleine. Was ist mittlerweile passiert? Ich hätte erwartet, dass man sachlich an den Verein herantritt und in ein Gespräch kommt das allen Seiten gerecht wird. Ich wurde enttäuscht. Ein kommerzieller Anbieter von ABA machte es sich vielmehr zum Ziel über den Verein, und was ich noch schlimmer finde, über die Autorin der Stellungnahme herzuziehen.

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Lesetipp: Schuldlos – Schuldig? von Birgit Rommelspacher

Anfang der Neunziger führen Birgit Rommelspacher und ihr Team einige qualitative Interviews mit jungen Frauen durch. Sie fragen, was sie in der Schule, über die Medien und in ihrern Familien über die NS-Zeit gelernt hätten, sie fragen sie nach den Verstrickungen ihrer Familien, nach Bekanntschaften mit jüdischen Menschen, nach ihrer Haltung zu Schuld und Verantwortung. Weiterlesen

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