Lese- und Hörtipp: Stammtisch im Edelrestaurant

Zwei Tipps: Erstens ein Hörtipp zu einem Interview mit Micha Brumlik: Der Stammtisch wird salonfähig und zweitens ein Lesetipp zu einem Text von Hans Hütt: Die Heimatvertriebenen. Beide kritisieren Intellektuelle, die sich die Inhalte von Pegida und AfD zu eigen machen, allerdings in etwas gehobenerer Sprache.

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Reblogged: Ein kritisches Statement zum (linken) Flüchtlingsdiskurs (von Sugarbox)

Nur selten finde ich intelligente Texte zu den Ereignissen in Köln (und mein Eindruck ist, dass vor allem die Berichterstattung in den Mainstream-Medien sich längst wieder neueren Ereignissen zugewendet hat), aber hier ist ein intelligenter Text:

(Eine kleine Kritik: Der Text wendet sich nur gegen linke Männer, aber er müsste sich auch gegen einige linke Frauen wenden.)

sugarbox

Ich kann kaum glauben, dass ich mich nun doch dazu hinreißen lasse, mich zur ganzen Auseinandersetzung der Flüchtlingsdebatte zu äußern. Und zwar deshalb, weil ich im Grunde wie erschlagen von ihr bin. So erschlagen, dass ich mich in Debatten nicht mehr einmische bzw. mich nicht mehr einmischen wollte. Erschlagen natürlich vor allem von der unglaublich widerwärtigen und über die Maßen (Maße, die ich mir noch vor zwei Jahren nicht ausgemalt hätte) erschreckende fremdenfeindliche Hetze. Seit neuestem aber auch erschlagen von dem merkwürdigen Umgang der Debatte jener, denen ich mich normalerweise zugehörig fühle, vor allem seit Köln.

Über die widerliche und menschenfeindliche Hetze wird (zurecht und hoffentlich auch weiterhin) viel gesagt und aufgeschrien, ich möchte mit diesem Artikel sozusagen ergänzend einige Punkte loswerden, die meiner Ansicht nach überfällig sind gesagt zu werden. Ich habe lange mit mir gehadert zu ordnen, was ich über alle Ereignisse und Haltungen, die die momentane Situation…

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Über Menschen, die rechte Positionen vertreten, aber “als Menschen” beurteilt werden wollen

Durch einen Tweet von @nurGedanken bin ich auf das Buch “Widersprechen – aber Wie?” der Bundeszentrale für Politische Bildung gestoßen:

Das Buch ist noch nicht angekommen. Einerseits bin ich neugierig und bräuchte  tatsächlich dringend Rat, weil ich schon wieder einmal eine Gruppe verlassen habe, weil unerträgliche Sprüche fielen, andererseits bin ich skeptisch, weil ich fürchte, dass es im Buch erstens nur um Jugendliche, zweitens nur um offen rechte Sprüche und drittens nur um Situationen gehen wird, in denen man selbst mindestens gleichberechtigt ist. Aber ich bin erwachsen, diejenigen, mit denen ich in Konflikte gerate, sind ebenfalls erwachsen, ihre Sprüche sind nicht plump rassistisch, sondern Offensichtliches wird gezielt vermieden, außerdem ist Rassismus oder offener Antisemitismus nicht das zentrale Thema der Sprüche, sondern eher Geschichtsrevisionismus und Sehnsucht nach einer heilen nationalen Erinnerung, und ich bin nicht die Leiterin der Gruppe, sondern einfaches Mitglied und häufig nicht diejenige, die am längsten da ist oder den besten Stand ist, sondern ich nehme bereits vor dem Konflikt eine Außenseiterinnenposition ein. Ich bin gespannt, ob das Buch der Bundeszentrale für politische Bildung auch für solche Situationen kluge Tipps bietet.

Andererseits bin ich ganz zufrieden mit meinem eigenen Verhalten im jüngsten Konflikt (auch wenn das Resultat wieder einmal dasselbe ist: ich verlasse die Gruppe – aber ich verlasse sie dieses Mal mit einem Gefühl der Befreiung.) Aus diesem Grund, und weil ich viele Parallelen zwischen diesem Konflikt und dem Konflikt im Sommer sehe, habe ich gedacht, dass ich vielleicht eine Liste mit eigenen Ratschlägen aufstellen könnte. Es handelt sich um “Work in Progress” – aber ich hoffe, dass ich nie wieder in eine solche Situation geraten werde.

(Ich frage mich, ob jene Menschen, die schon seit früher Jugend linksradikal sind, sich über mich wundern: Warum gerate ich immer wieder in solche Situation und freunde mich mit den falschen Leuten an? Warum merke ich nicht viel früher, dass ich unter die falschen Leute geraten bin? Es liegt eben daran, dass ich als Jugendliche nicht linksradikal war, sondern “diffus links”, also mich irgendwie den Grünen, dem Feminismus, der Friedensbewegung und der Anti-AKW-Bewegung nahe fühlte, kurz allem, was damals in den Achtigern aktuell war, aber ohne es bis ins Letzte durchdenken und beurteilen zu können. Das habe ich erst als erwachsene Frau gelernt. Das schlimmste aber war, dass ich ( aufgrund einiger Lebenskrisen oder vielmehr eines krisenhaften Dauerzustands) auch die Hinwendung zu Psychologie (meist auf Ratgeberebene) und Esoterik mitmachte, die damals einen großen Teil der Linken erfasste. Wenn ich jetzt auf Menschen treffe, die aus einem ähnlichen Milieu stammen und ähnlich alt sind wie ich, so fühle ich mich einerseits erst einmal wohl: ich denke, das sind Menschen wie ich. Andererseits sind sie in aller Regel  bei den Standpunkten, die sie als Jugendliche eingenommen haben, stehen geblieben, und das heißt eben auch: Auf dem Stand der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Achtziger.)

Also, jetzt zu den Ratschlägen. Mein wichtigster Tipp: Bleibt auf der sachlichen Seite und widersteht allen Versuchen, die Diskussion auf die persönliche Ebene zu ziehen.

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Lesetipps: Berichte über antisemitische Vorfälle

Ein Text, den ich (weil er nicht bei WordPress verfasst ist) nicht ohne weiteres “rebloggen” kann, ist in mein Aufmerksamkeitsfeld geraten (ich habe ihn aber schon retweetet). Er  handelt vom ganz gewöhnlichen Antisemitismus, der hier in Deutschland existiert und schon immer existiert hat und den man gar nicht zu importieren braucht (was eine absurde Idee wäre):

“Antisemitismus als Konstante” von Chajm.

Den Tagesthemenkommentar von Tamara Anthony (ab Minute 8.15) haben dagegen bestimmt viele gesehen. Einen Text, den sie dazu geschrieben hat, So schamlos, so dumm, habe ich erst durch den Text von Chajm entdeckt.

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Reblogged: Wenn 400 Zeichen zu wenig sind: Juden in Deutschland ~ irgendwie jüdisch

 

Quelle: Wenn 400 Zeichen zu wenig sind: Juden in Deutschland ~ irgendwie jüdisch

 

Irgendwie Jüdisch beschreibt, wie es ihr als Jüdin – und eben nicht nur ihr – zur Zeit in Deutschland geht. Sie erzählt von drei wiederkehrenden Erlebnissen: Deutschen, die es als Pflicht betrachten, an der Seite Israels zu stehen (was in mir die Frage aufwirft, was sie tun würden, wenn sie es nicht als ihre Pflicht betrachten würden), an “Philosemiten”, die es angeblich gut meinen, aber ihre Briefe mit der Bemerkung beenden, wenn man ihren Ratschlägen nicht folgen würde, sollten sich Juden nicht wundern, wenn sie gehasst würde (was in meinen Augen die Briefeschreiber als Antisemiten qualifiziert), und drittens – und das ist jetzt der Punkt, der mich und möglicherweise auch einige, die hier lesen, angeht – berichtet sie von einer Konferenz mit AktivistInnen, die sich gegen Antisemitismus engagieren, bei denen sie aber den Eindruck gewinnt, es ginge diesen Menschen nur ums Kämpfen, anstatt dass sie zuhören und Empathie zeigen würden.

 

In diesem Sinn empfehle ich, nicht nur diesen Text, sondern alle Texte von Irgendwie Jüdisch zu lesen.

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Reblogged: Wider die janzen Jecken! (Lizas Welt)

Ich hatte ja überlegt, ob ich selbst noch einmal etwas zu den Ereignissen der Silvesternacht schreiben werde. Nach diesem Text von Lizas Welt werde ich das wahrscheinlich nicht tun. Also: bitte, lesen.

Lizas Welt

Köln in der Silvesternacht, vor dem DomDie Diskussionen über die sexualisierten Angriffe in der Kölner Silvesternacht sind stark polarisiert und emotionalisiert. Stimmen der Vernunft haben es schwer, aber es gibt sie. Eine kleine Bestandsaufnahme.

Nach den Terroranschlägen am 13. November des vergangenen Jahres in Paris bat mich die Wochenzeitung »Jungle World«, einen Beitrag zu den Reaktionen auf die Angriffe zu verfassen. Angesichts der ungeheuren Fülle an Äußerungen war das eine komplizierte Aufgabe, dennoch hatte ich den Eindruck, in der Diskussion vor allem bekannte Muster zu entdecken. »Eigene Befindlichkeiten sind wichtiger als das Mitgefühl mit den Opfern«, schrieb ich, und: »Unerschütterlich scheinen die Gewissheiten, die in der Verarbeitung solcher Geschehnisse geäußert und als Einschätzungen präsentiert werden. Das ist zunächst einmal verständlich, denn wo das Innehalten, Nachdenken und Zweifeln keine Optionen sind, weil der Drang, etwas derart Ungeheuerliches möglichst schnell zu erklären, einzuordnen und emotional zu bewältigen, zu groß ist, hält man sich bevorzugt an vertraute Erklärungs-…

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Im Café: Keine Antisemitin

Heute  nachmittag hatte ich wieder einmal eine eher unangenehme Begegnung mit Mitmenschen, die Ansichten vertreten, die nicht vertretbar sind. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so: sowohl an der Universität als auch im Internet lebe ich in einer gewissen “Blase”, und so weiß ich nicht, wie der “Mainstream” tickt. Allerdings hoffe ich sehr, dass es sich bei diesen Leuten nicht um den Mainstream handelt.

Da ich etwas vergrippt war, konnte ich mich mit ihnen nicht so streiten, wie ich gern gewollt hätte, und außerdem hätte ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den BetreiberInnen und MitarbeiterInnen des Cafés gehabt, die alle sehr nett sind und die mich sonst für einen friedlichen Menschen halten.

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