Rebloggt von PANDAEMONIUM: AFTER BRUSSELS: ONCE AGAIN THINKING THROUGH TERROR

Schon wieder reblogge ich einen Text von Kenan Malik. Ich habe überlegt, selbst etwas zu den Anschlägen von Brüssel zu schreiben, aber ich glaube, alles, was ich zu sagen hätte, wäre nur Gefühl und keine Analyse. Vielleicht schreibe ich morgen, warum ich Kenan Malik reblogge.

Dieser Text von Kenan Malik ist allerdings speziell: Er schreibt keinen neuen Text zu den Anschlägen von Brüssel, sondern zitiert Ausschnitte aus Texten, die er zu vergangenen Zeitpunkten geschrieben hat, teilweise anlässlich anderer Anschläge, teilweise ohne einen solchen Anlass. Ich hoffe, ihr lasst euch inspirieren, auch die anderen Texte zu lesen.

 

‘Solidarity and anger. Those were my immediate emotions’. So I wrote last November after the Paris attacks: ‘Solidarity with the people of Paris, anger at the depraved, nihilistic savagery of the t…

Quelle: AFTER BRUSSELS: ONCE AGAIN THINKING THROUGH TERROR

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Reblogged from PANDAEMONIUM: TALKING MIGRATION, MUSLIMS AND MORALITY

Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich anlässlich der Kontroverse um die Attentate auf Charlie Hebdo auf Kenan Malik gestoßen. Er erinnerte damals daran, dass schon seit der Fatwa gegen Salman Rushdie die Gefahr durch Islamisten gegen Künstler und Journalisten, die sich kritisch oder angeblich blasphemisch äußern, offenbar war, und zwar in erster Linie gegen solche Künstler und Journalisten, die in muslimischen Ländern leben oder aus diesen Ländern leben. Erst dann auf diese Gefahr aufmerksam zu werden, wenn sie sich gegen westliche Journalisten richtet, sei etwas spät.

In diesem Interview spricht er über Migration nach Europa. Er spricht sich für offene Grenzen aus, und sagt, dass diese die Situation leichter machen würden: Wenn Menschen wüssten, dass sie einwandern, wieder zu ihren Familien zurückkehren und einschließlich wieder zum Arbeiten einwandern können, würde die Einwanderung viel weniger dramatische Formen annehmen.

Auch in diesem Fall weist er darauf hin, dass die sogenannte Flüchtlingskrise (auch er kritisiert diesen Begriff, und sagt, dass die europäische Antwort die Krise verursacht hätte, es hätte keine Krise gegeben, als die Grenze zwischen Spanien und Nordafrika noch offen war) eine alte Krise ist, die es mindestens seit den Neunzigern gibt. (Ich erinnere mich noch an einen Fall Anfang der Neunziger, als ich Physik studierte: Ein Schiff mit Flüchtlingen war in Lampedusa gelandet, und man wusste nicht, was man mit ihnen anfangen sollte. Das war noch vor Rostock-Lichtenhagen.)

Die Rede von „unterschiedlichen Werten“ weist er ebenfalls zurück. Die Werte der einwandernden Muslime seien ebenso vielfältig wie die Werte der aufnehmenden Gesellschaften. (Zum Beispiel teilen hoffentlich nicht alle Menschen in Europa die Werte von Pegida oder des Front National.) In jeder Gesellschaft seien Werte umstritten, gerade auch in Syrien.

Er erinnert an frühere Einwanderungswellen: Jüdische Einwanderung am Anfang des 20. Jahrhunderts, katholische Einwanderung in die USA. Immer wurde die Gefahr einer kulturellen Veränderung an die Wand gemalt.

Einige Worte zur Interviewerin: Ich habe vor kurzem ein Youtube-Video über eine Veranstaltung an einer englischen Universität gesehen, in welcher sie über die Situation von Frauen in muslimischen Ländern sprach – als eine Frau, die selbst aus einem solchen Land (Islam) geflohen ist. Einige islamistische „Brüder“ versuchten, die Veranstaltung zu stören. Die „Schwestern“ waren zivilisierter und sprachen erst, als die offizielle Diskussion begann. Dann aber wurden sie unverschämter und sprachen der Vortragenden das Recht ab, etwas über den Islam zu sagen, da sie mittlerweile keine Muslima mehr sei.

 

 

I recently gave an interview to Bread and Roses, the TV magazine hosted by Maryam Namazie and Fariborz Pooya, on Europe’s migration crisis, Muslim immigration, the open borders debate and the…

Quelle: TALKING MIGRATION, MUSLIMS AND MORALITY

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Bündnisse mit Antisemitinnen? – selbstverständlich nicht.

Ich bin am Wochenende über Twitter in Diskussionen über Feminismus und Antisemitismus und über mögliche Bündnisse geraten. Ich habe sie irgendwann abgebrochen, weil ich noch spazieren gehen wollte, und als ich zurückkehrte, waren alle mit den Wahlergebnissen beschäftigt. Als ich gestern nach Hause kam, fand ich 23 notifications auf Twitter und stellte fest, dass die Diskussionen fortgesetzt worden waren. Ich finde immer noch neue Tweets und muss mich zurückhalten, nicht jeden einzelnen Tweet zu verlinken. Aus diesem Grund blogge ich auch verhältnismäßig schnell, so dass LeserInnen die Chance haben, nachzulesen, was auf Twitter diskutiert wurde. Am einfachsten ist es wohl, die Accounts der einzelnen ProtagonistInnen aufzurufen und auf „Tweets and Replies“ zu klicken.

Vielleicht gleich vorab: Es tut mir ein wenig leid, dass Antje Schrupp mit einem ihrer Tweets ins Zentrum der Kritik geraten ist. Der Tweet war an mich gerichtet; ich musste erst einmal nachlesen, was ich selbst geantwortet hatte; zum Glück bezog ich klar Position, wenn auch nicht in einem so harten Ton wie andere Personen dies taten. Im Nachhinein bin ich über mich selbst erschrocken, dass ich so zögerte, denn eigentlich hätte die Antwort selbstverständlich sein sollen.

Aber ich finde Antje Schrupp sehr nett und auf jeden Fall jemanden, mit der es sich lohnt, zu diskutieren und zu hoffen, dass sie lernt. So lange jemand diskutiert und nicht aggressiv oder manipulativ wird, lohnt es sich zu diskutieren, und Antje wird nicht aggressiv oder manipulativ.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | 10 Kommentare

Vor einem Jahr ist Terry Pratchett gestorben,

und fast pünktlich zum Jahrestag habe ich einmal wieder zu einem seiner Bücher gegriffen, dieses Mal nicht zu „Lord and Ladies“ wie nach jedem der drei Hobbitfilme, oder zu „Carpe Jugulum“, seinem meiner Ansicht nach besten Buch, sondern zu „Thief of Time“, dem Höhepunkt und Ende der Teilserie über Susan StoHelit.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Reblogged from PANDAEMONIUM: THE BLINDNESS OF EU MIGRATION POLICY

Wieder einmal ein Text von Kenan Malik, dieses Mal über den Deal zwischen der Türkei und der Europäischen Union. Ich reblogge ihn, weil Kenan Malik einer jener Autoren ist, die aus einer ehemaligen Kolonie (Indien, also keinem muslimischen Land) nach Europa (Großbritannien) eingewandert sind, die beklagen, dass sich die Linke im Namen des Antirassismus von den Ideen der Aufklärung und des Säkularismus verabschiedet hat und Intellektuelle wie Salman Rushdie im Stich lässt, und weil er in dem Text, den ich hier reblogge, anders als viele AutorInnen mit einer ähnlichen Position, sich hier ganz und gar für eine Aufnahme von Flüchtlingen ausspricht, ohne wenn und aber und vor allem, ohne vor deren Islamismus, Antisemitismus, Homophobie oder Sexismus zu warnen. Es ist nicht so, dass er solche Probleme nicht sehen würde, aber nicht in diesem Text. (Ich müsste ein paar alte Texte, die ich bereits rebloggt habe, wiederlesen: so weit ich mich erinnere, verortet er das Problem des europäischen Islamismus in erster Linie in den europäischen Vorstädten, unter Menschen, die schon in der zweiten oder dritten Generation dort leben, und nicht unter Flüchtlingen.)

 

A shorter version of this essay was published in Al Jazeera English under the headline ‘The dark side of the EU-Turkey refugee deal’. How do you solve a crisis? By brushing it far enoug…

Quelle: THE BLINDNESS OF EU MIGRATION POLICY

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Lesetipp: „Über Leichen gehen“ von Elke Wittich

Vor etwas mehr als 100 Jahren, im Februar 1916, begann die Schlacht von Verdun. Elke Wittich hat darüber in der Jungle World geschrieben: Über Leichen gehen.

Da ich selbst vorletztes Jahr ebenfalls Verdun und die ehemaligen Schlachtfelder besichtigt habe (Urlaubsbericht 2014, über den Tag in Verdun wird ganz unten berichtet), fühlte ich mich an vieles erinnert, was ich schon kannte: an das riesige Ossuaire, an das zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont, an die Schilder an den Wegen, die davor warnten, die Wege zu verlassen, weil im Wald immer noch Munition liegt, die nicht geborgen werden konnte und die explodieren kann, wenn man darauf tritt. Auch an den zerfurchten Waldboden, in dem die Granatentrichter immer noch zu sehen sind, kann ich mich noch erinnern. (An einer Informationstafel am Chemin des Dames wurde erklärt, dass die Wurzeln der Bäume verhindern, dass der Boden sich wieder einebnet.) Ich habe gelernt, Granatentrichter an ihrer Kreisform zu erkennen.

Elke Wittich macht auf das Ausmaß der Zerstörung aufmerksam, das der Überfall der Deutschen verursacht hat. Auch hundert Jahre später liegen nicht nur Blindgänger im Boden, sondern vor allem giftige Metalle, die in den Umhüllungen der Granaten verwendet wurden, und die Überreste der Giftgranaten. Dies gilt nicht nur für die Schlachtfelder von Verdun, sondern auch für die Schlachtfelder an der Aisne und an der Somme. In Ieper (Ypern) habe ich noch keine solchen Stellen gefunden, aber auch dort finden Bauern noch jedes Frühjahr Blindgänger und müssen dann erst einmal die Kampfmittelbeseitigung anrufen.

Neun Dörfer sind zerstört worden: Beaumont, Bezonvaux, Douaumont, Louvemont, Fleury-devant-Douaumont, Haumont, Ornes, Vaux und Cumières. (Der Text erweckt den Eindruck, als seien es nur acht Dörfer und als hieße das letzte Vaux-et-Cumières.) Sechs davon wurden nicht wieder aufgebaut. Ich habe einige französischsprachige Seiten gefunden, die über diese Dörfer informieren. Auch ein Vorschlag für eine Rundtour ist dabei: Der Weltkriegstourismus treibt manchmal eigenartige Blüten (allerdings schlimmer an der Somme als in Verdun, vor allem wegen der britischen Touristen.)

http://www.tourisme-verdun.fr/villages-detruits.php

http://centenaire.org/sites/default/files/references-files/brochure_meuse.pdf

http://verdun2016.centenaire.org/fr/villages-detruits

Das größte Verdienst des Textes von Elke Wittich besteht darin, dass sie an das Leiden auf französischer Seite erinnert. Mein Eindruck in meinem privaten Umfeld ist der, dass die meisten, was den Ersten Weltkrieg anbelangt, vor allem an „Im Westen nichts Neues“ denken (das auch in Frankreich gelesen wird), dass sie an Schützengräben denken, aber nicht an die Versuche, die Front zu durchbrechen, die zu Materialschlachten mit Hunderttausenden Toten führten. (Häufig findet man nur Verlustangaben, die auch Verwundete und Vermisste einschließen: mehr als eine halbe Million, wenn man die Verluste beider Seiten zusammennimmt. Allerdings lassen sich im Internet auch höhere Zahlen finden, ich kann aber nicht auf die Schnelle entscheiden, was davon vertrauenswürdig ist.) An Verdun erinnert man sich vor allem als Symbol der schrecklichsten Schlacht des Krieges, der Knochenmühle, die laut Oberbefehlshaber Falkenhayn Frankreich weißbluten lassen sollte. Aber viele erinnern sich überhaupt nicht mehr, oder sie erinnern sich nur noch an Verdun als an ein Sinnbild der Schrecken des Krieges, wissen aber nicht mehr, wer den Angriff begonnen hat, was er bewirken sollte oder wie die Angelegenheit ausgegangen ist. (Bis zum Juni gelang es den Deutschen, die Front in Richtung Verdun zu verschieben – ein paar Kilometer weit. Nach dem Beginn der Schlacht an der Somme fehlte ihnen die Kraft für weitere Offensiven, und sie wurden bis zum Dezember mehr oder weniger in ihre Ausgangspositionen zurückgedrängt. Die Festungen von Vaux und Douaumont befanden sich wieder in französicher Hand.)

Mehrfach habe ich erlebt, dass es auf Unverständnis stößt, dass die Erinnerung in Frankreich viel lebendiger ist. Auch dass Frankreich im Ersten Weltkrieg höhere Verluste hatte als im Zweiten, wissen die wenigsten. Umgekehrt stößt die deutsche Erinnerungslosigkeit auf Unverständnis: Vorletztes Jahr im November erzählte uns die Französischlehrerin am 11. November, dass in Frankreich Feiertag sei, und fragte uns, ob wir wüssten, aus welchem Anlass. Ich rettete die Ehre des Kurses, indem ich es wusste: Tag des Waffenstillstands des Ersten Weltkriegs. (Dass in Deutschland praktisch zeitgleich, also nicht um elf, sondern um elf Uhr elf, der Beginn des Karnevals gefeiert wird, ist unter diesen Umständen eigentlich ziemlich peinlich.)

In Deutschland erinnert man sich an die Reparationszahlungen, die angeblich für die wirtschaftliche Misere und für den Aufstieg Hitlers verantwortlich gewesen sein sollen, und reproduziert dadurch einen Mythos, der den Aufstieg Hitlers möglich gemacht und der zu seiner Beliebtheit beigetragen hat: Dass die wirtschaftliche Misere ihre Ursache in den Reparationszahlungen hatte und dass die Einstellung der Reparationszahlungen eine der großen Leistungen Hitlers gewesen sei. Nach dem Krieg wurde dieser Mythos verändert: Hitler wurde nun verdammt, aber man selbst war unschuldig: Wären die Reparationszahlungen nicht gewesen, hätte  man ihn nie gewählt.

Was Deutschland in Frankreich angerichtet hatte, interessierte nicht. Dass die Schäden in hundert Jahren nicht beseitigt sein würden, war nicht vorauszusehen, aber dass die Reparationszahlungen sich über hundert Jahre erstrecken sollten, machte die Menschen wütend. (Dabei sollten die Zahlungen gestreckt werden, um Deutschland zu entlasten.)

In der Innenstadt von Verdun findet sich eine Gedenkstätte, die allen gewidmet ist, die vor Verdun gekämpft haben, also auch den Überlebenden. In jener Gedenkstätte war auch ein deutsches Propagandaplakat ausgestellt. Auf ihm waren Artillerie und brennende Häuser zu sehen. Text: Unsere Soldaten halten den Krieg von Deutschlands Grenzen fern. Was man selbst anderswo angerichtet hat, wird gerne ausgeblendet, auch heute noch.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Reblogged von Lizas Welt: „Der »Stürmer« lässt grüßen“

Einmal wieder reblogge ich einen Text von Lizas Welt. Eine Stelle hat mich besonders angesprochen, weil ich diesem Verhalten selbst auch schon persönlich begegnet bin: Dass Hanitzsch sich beleidigt fühlt und sich rechtliche Schritte vorbehält. Rechtliche Schritte sind mir zum Glück noch nie angedroht worden sind, aber dass Menschen auf Hinweise, dass Äußerungen oder Ausdrucksweisen antisemitisch (oder, wie ich mich normalerweise ausdrücke, rechtslastig) sind, damit reagieren, dass sie so tun, als seien sie unglaublich beleidigt und verletzt, das kenne ich auch. Ich bin dadurch auch sehr vorsichtig geworden, vielleicht zu vorsichtig, Eine Frau, der ich eine solche Geschichte einmal erzählt habe, hat mir erklärt, wie Menschen, die nicht rechts sind, reagieren, wenn man sie darauf hinweist, dass eine ihrer Äußerungen oder Ausdrucksweisen (in jenem Fall ging es um ein Buch, das in einer Literaturliste angeführt wurde) rechts oder rechtslastig sind: Es ist ihnen peinlich. Sie bestehen nicht darauf, dass das alles nicht so gemeint und in Wirklichkeit überhaupt nicht rechts sei. Warum hängt Hanitzsch so an seiner Krake und sagt nicht einfach: „Das wusste ich nicht, dass es ein antisemitisches Symbol ist, aber jetzt, wo ich die Karikatur aus dem Stürmer gesehen habe, werde ich mir in Zukunft andere Symbole aussuchen.“

Mir fallen zwei mögliche Gründe für ein solches Verhalten ein. Der erste ist, dass die jeweiligen Menschen ganz genau wissen, dass sie rechts sind und rechte Symbole benutzen, dass sie sich aber im Moment, wo sie ertappt sind, herauszureden versuchen, und Beleidigtsein ist eine Form des Sich-Herausredens: man versucht gleichzeitig einen auf Mitleid zu machen (vor allem gegenüber dritten) und die andere Person einzuschüchtern.
Bei einer Frau ist mir dieses Verhalten einmal in einer Form von extremer Unreflektiertheit begegnet, so dass ich anfing zu spekulieren, ob sie dies von ihren eigenen Eltern übernommen haben könnte. Möglicherweise war dies das Verhalten der sogenannten Ersten Generation, also jener Menschen, die während des Dritten Reichs erwachsen waren, gegenüber ihren Kindern. Dass ein Mensch Verhaltensweisen praktisch unverändert von den eigenen Eltern übernimmt, mag selten sein, weist jedoch darauf hin, dass noch sehr wenig reflektiert wurde.
Eine weitere Möglichkeit ist die der „Katzenmoral“: Menschen wie Hanitzsch reagieren wie eine Katze, der man vorwirft, einen Vogel gefangen zu haben. Sie bekommen mit, dass sie ausgeschimpft werden, aber sie können oder wollen nicht reflektieren, ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind. Vielleicht fehlt ihnen tatsächlich das Urteilsvermögen in jenen Fragen. Dann nehmen sie eben nur wahr, dass sie kritisiert worden sind, und reagieren aggressiv.

Lizas Welt

Der populäre Karikaturist Dieter Hanitzsch versteht die Welt nicht mehr:

Als Protest gegen TTIP habe ich heute am »Sonntagsstammtisch« [des Bayerischen Rundfunks] diese Karikatur mit der »Krake TTIP« gezeigt. Unerwartet wurde mir von Zuschauern Antisemitismus und Verwendung von Methapern antijüdischer Nazi-Propaganda vorgeworfen. Meine Stellungnahme zu diesen Vorwürfen ist: Es erfüllt den Tatbestand der schweren Beleidigung, mir im Zusammenhang mit dieser Karikatur Antisemitismus und Verwendung von Stürmer-Metaphern vorzuwerfen. Ich behalte mir rechtliche Schritte dagegen vor. Was an dieser Karikatur antisemitisch sein soll, erschließt sich mir wirklich nicht. Dass die Nazis die Krake als Vehikel für ihre antijüdische Propaganda benutzt haben, kann doch nicht bedeuten, Kraken in der Karikatur grundsätzlich als antisemitisch zu verstehen und sie damit quasi zu verbieten! »Die Metapher der Krake gehört spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts zum Repertoire der Karikaturisten. Sie dient als Sinnbild für eine erdrückende, alles an sich raffende Übermacht.« (aus einem medienwissenschaftlichen Aufsatz)

Ursprünglichen Post anzeigen noch 752 Wörter

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen