Reblogged: Ein kritisches Statement zum (linken) Flüchtlingsdiskurs (von Sugarbox)

Nur selten finde ich intelligente Texte zu den Ereignissen in Köln (und mein Eindruck ist, dass vor allem die Berichterstattung in den Mainstream-Medien sich längst wieder neueren Ereignissen zugewendet hat), aber hier ist ein intelligenter Text:

(Eine kleine Kritik: Der Text wendet sich nur gegen linke Männer, aber er müsste sich auch gegen einige linke Frauen wenden.)

sugarbox

Ich kann kaum glauben, dass ich mich nun doch dazu hinreißen lasse, mich zur ganzen Auseinandersetzung der Flüchtlingsdebatte zu äußern. Und zwar deshalb, weil ich im Grunde wie erschlagen von ihr bin. So erschlagen, dass ich mich in Debatten nicht mehr einmische bzw. mich nicht mehr einmischen wollte. Erschlagen natürlich vor allem von der unglaublich widerwärtigen und über die Maßen (Maße, die ich mir noch vor zwei Jahren nicht ausgemalt hätte) erschreckende fremdenfeindliche Hetze. Seit neuestem aber auch erschlagen von dem merkwürdigen Umgang der Debatte jener, denen ich mich normalerweise zugehörig fühle, vor allem seit Köln.

Über die widerliche und menschenfeindliche Hetze wird (zurecht und hoffentlich auch weiterhin) viel gesagt und aufgeschrien, ich möchte mit diesem Artikel sozusagen ergänzend einige Punkte loswerden, die meiner Ansicht nach überfällig sind gesagt zu werden. Ich habe lange mit mir gehadert zu ordnen, was ich über alle Ereignisse und Haltungen, die die momentane Situation…

Ursprünglichen Post anzeigen 3.714 weitere Wörter

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Reblogged: Ein kritisches Statement zum (linken) Flüchtlingsdiskurs (von Sugarbox)

  1. sv schreibt:

    Hallo Susanna,
    danke für diesen link. Überhaupt danke für deine Beiträge zu dem Thema. Ich habe im feministisch-linken Diskurs ansonsten nicht viel gefunden, mit dem ich mich identifizieren hätte können. Das macht mich total traurig, ehrlich gesagt. Vieles hat ein ganz beklemmendes Unbehagen ausgelöst, auch bis jetzt noch. Ich hab mich von etlichen Personen in meiner Filterbubble verabschiedet. Also recht viele erstmal schon, die sich dann auf einmal als ungeahnt rechts entpuppten, aber auch welche, die hier meines Empfindens nach die Opfer der Übergriffe von Köln mal eben gedanklich unter den Bus geschmissen haben, was ich nie, nie erwartet hätte. Ich dachte immer, ich folge/kommuniziere mit denjenigen, die sexuelle Gewalt eben nicht übergehen, die Opfern von dieser Raum geben, sie reden lassen. Aber genau das fand ich sehr mau. War ganz ungewohnt mir Berichte der Opfer von sexueller Gewalt diesmal plötzlich anderweitig suchen zu müssen, denn links dazu wurden bei mir zum Beispiel gar nicht mit angeschwemmt. (Ich lese natürlich auch nur wahrscheinlich von einem sehr minikleinen Teil der Partizipanten im links-feministischen Spektrum.)
    Aber hey, Enttäuschung ist ja bekanntlich das Ende einer Täuschung und damit an sich immer gut.
    Ich hoffe, das war dir jetzt nicht zu rant-mäßig. Ich fühle mich da seit Silvester medial gerade etwas verloren, richtig entfremdet.

    • susanna14 schreibt:

      Danke! Texte zu finden, die nicht rassistisch sind und trotzdem die Ereignisse von Köln ernst nehmen, ist nicht einfach. (Wobei ich vermute, dass nicht alle meine Kriterien für „nicht rassistisch“ teilen, aber da kann ich nichts machen.) Mir geht es ähnlich wie dir, außer dass ich keine Internet-Bekannten habe, die sich plötzlich als rechts entpuppen (dafür haben sich ein Großteil meiner Offline-Bekannten, mit denen ich mich eigentlich wegen unpolitischer Hobbies traf, als rechts entpuppt.) Das Gefühl, dass die Ereignisse in Köln von Teilen der feministischen Szene nicht ernst genommen werden, und auch das Gefühl von Entfremdung teile ich, aber da ich nicht weiß, wie es auf dem Oktoberfest oder auf dem Kölner Karneval zugeht, bleibt mir nur ein gewisses Unbehagen bei entsprechenden Vergleichen. (Und die Vermutung, dass Frauen nicht dort hinfahren würden, wenn es genauso schlimm wäre.) Bin froh, wenn ich Texte finde, die darauf bestehen, dass in Köln etwas anders war, etwa hier: „An der Realität vorbei“ von Hannah Wettig. Vielleicht liegt es alles daran, dass für mich Bahnhöfe von Großstädten um Mitternacht normalerweise Orte sind, an denen ich mich nicht fürchte.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s