Vor einem Jahr ist Terry Pratchett gestorben,

und fast pünktlich zum Jahrestag habe ich einmal wieder zu einem seiner Bücher gegriffen, dieses Mal nicht zu „Lord and Ladies“ wie nach jedem der drei Hobbitfilme, oder zu „Carpe Jugulum“, seinem meiner Ansicht nach besten Buch, sondern zu „Thief of Time“, dem Höhepunkt und Ende der Teilserie über Susan StoHelit.

Ich habe im vergangenen Jahr kaum Terry Pratchett gelesen, nur das neueste Buch, „The Shepherd’s Crown“, welches leider ziemlich schlecht war. Ich las Kant für die Universität, und Hannah Arendt in Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, insbesondere die Texte, die sie als Reaktion auf die Debatte über ihr Eichmann-Buch geschrieben hat, und in denen sie beginnt, über die Fähigkeit zu moralischen Urteilen nachzusinnen, insbesondere darüber, ob einzelne Menschen in einem Umfeld von Menschen, denen diese Fähigkeit abhanden gekommen ist, diese Fähigkeit bewahren können. Ich dachte: Was brauche ich noch die Popularisierung, wenn ich imstande bin, die Originale zu verstehen? Granny Weatherwax ist wunderbar, aber Hannah Arendt ist besser.

Im vergangenen Jahr habe ich nun viel Adorno gelesen: Einige Aufsätze, etwa „Erziehung nach Auschwitz“ und „Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenenheit?“, außerdem einige kürzere und längere der Soziologischen Schriften, vor allem „Schuld und Abwehr“, aber auch einige seiner kürzeren Texte aus dem amerikanischen Exil über faschistische amerikanische TV-Prediger (immer wieder fragte ich mich: ist das, was er da schreibt, jetzt korrektes Englisch, oder in Wirklichkeit doch deutsch?), und diese Texte fand ich sehr gut und werde sie bestimmt öfter lesen, und während des Semesters las ich dann den letzten Teil der Negativen Dialektik, die Meditationen über Metaphysik, aber mit diesem Text konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Vielleicht werde ich meine Ansicht noch ändern, so wie ich meine Ansicht über „Elemente des Antisemitismus“ geändert habe, nachdem ich einige der empirischen Schriften gelesen hatte: Beim ersten Lesen dachte ich: Was ist das für ein Text – er behauptet Dinge, aber er argumentiert nicht. Ich kann den Text lesen und denken: Ja, finde ich auch (meist ist das der Fall), aber ohne Argumente bleibt dies doch ein Problem. In den soziologischen Texten finden sich dagegen Argumente – es handelt sich um handfeste empirische Untersuchungen, einige davon sogar quantitativer Natur. Die „Elemente des Antisemitismus“ lese ich nun als verdichtete Zusammenfassung dieser Texte, und die Begründungen finden sich eben in den anderen Texten.

Nun bin ich in einen Lesekreis geraten, der die Ästhetische Theorie liest, und auch in diesem Kreis beschleicht mich ein eigenartiges Gefühl: Als werde der Text wie ein heiliger Text gelesen, den man in seiner Bedeutung erfassen muss, wenn nötig, indem man Beispiele findet, auf die die Behauptungen des Textes passen, oder Erlebnisse schildert, in welchen man spürte, dass das, was der Text sagt (oder was man glaubt, dass der Text sagt) stimmt, anstatt dass man ihn wie einen philosophischen Text liest, dessen Sätze man erst einmal grammatikalisch zu verstehen versucht (insbesondere, indem man sich fragt, worauf sich dieses oder jenes Pronomen im Satz bezieht), den man dann auf seine logische Struktur untersucht und den man anschließend, nachdem man ihn auf diese Weise verstanden hat, wenn es angebracht ist, auch kritisiert.

In den letzten Jahren habe ich meine Kontakte sowohl zur evangelischen Kirche gekappt und nach einigen Auseinandersetzungen mit kirchlichen Menschen bin ich am Überlegen, ob ich auch offiziell austreten soll, und meine letzten Kontakte zur Eso-Szene sind ebenfalls zerbrochen. Ein ehrfürchtiger Umgang mit Texten, der diese zwar zu erfassen und mit Leben zu erfüllen, aber nicht sie in ihrer logischen Struktur zu analysieren und gegebenenfalls zu kritisieren sucht, ist mir fremder denn je und stößt mich manchmal geradezu ab. Ich werde weiterhin Adorno lesen, seine Texte aber als philosophische, nicht als heilige Texte lesen.

Weiterhin hat mir die Lektüre der Ästhetischen Theorie ins Bewusstsein gerufen, wie wenig „Hohe Literatur“ ich in letzter Zeit gelesen habe. Das ist nicht immer so gewesen. In meinen Zwanzigern habe ich mich durch Kleists gesammelte Werke gekämpft, ich las Hölderlin, Goethes Wilhelm Meister (auch den zweiten Teil), die Wahlverwandtschaften, aber auch Jack Lond0n und später auch „Moby Dick“ im Original.

Irgendwann brach dies zusammen, und ganz wenig blieb übrig, und das ist immer noch so. Es war zu jener Zeit, als ich als Lehrerin arbeitete und scheiterte. Was ich las, war mir fremd, es hatte nichts mit den Fragen zu tun, die ich dem Leben stellte. Dazu kam, dass ich zu jener Zeit mehrere Berichte von Überlebenden von Auschwitz las: Jorge Semprun, Primo Levi, Imre Kertesz, Ruth Klüger, aber auch Texte weniger bekannter Menschen. Mir schien damals alles andere trivial.

Jetzt sitze ich zusammen mit Menschen, die ganz anders lesen als ich. Sie lesen eine Stelle in einem Buch und sagen „ach, ist das schön!“ und meinen insbesondere die sprachliche Qualität des Satzes. Es ist jetzt nun nicht so, dass ich ganz außerstande wäre, die sprachliche Qualität eines Textes wahrzunehmen, aber ich würde nie sagen: „ach, ist das schön“, vor allem nicht bei Prosa. Ich nehme vor allem wahr, ob ein Satz mit unnötigem Gefüllsel und Banalität überladen ist, und ich nehme wahr, ob Sätze eine Melodie haben. Dabei hat sich mein Geschmack im Laufe der Zeit verändert. Im letzten Sommer versuchte ich, „a Wizard of Earthsea“ zu lesen. Normalerweise schätze ich U.K.LeGuins Umgang mit Sprache, aber auf einmal ging mir das sanfte wellenförmige Auf und Ab ihrer Sätze auf die Nerven, und ich griff zu den Tiffany-Büchern von Terry Prachtett, mit ihrem rauheren Stil, ihrem gebrocheneren Rhythmus.

Aber vor allem sitze ich zusammen mit Menschen, die eine Stelle aus Shakespeares „Sturm“ heranziehen, um Adorno zu interpretieren, und die mich fragen: „Kennst du das?“ und ich sage: „ja, ich habe es einmal vor langer Zeit im Kino gesehen, und später, glaube ich, noch einmal im Theater – am Ende geht es doch wieder zurück in die Zivilisation?“ und ich bin froh, nicht als völlig ungebildet dazustehen, aber an viel mehr erinnere ich mich nicht.

Eine weitere Vorstellung, die dort auftauchte und mich verwirrte, war die des Autors, der unter größten Mühen in größtem Leiden unermessliche Schönheit aus dem Rohstoff Sprache herausarbeitet. Ich dachte: wenn es so schrecklich ist, warum wählen sie dann nicht einen anderen Job? Vielleicht sollte ich erzählen, dass ich mehrere Male bei „Nanowrimo“ mitgemacht habe?

Ich dachte auch an Terry Pratchett, den ich einmal in einer Dichterlesung erlebt habe. Er wurde nach Verfilmungen gefragt, und er antwortete, dass er sich sehr genau überlege, ob ihm ein Projekt gefalle. Mit Geld könne man ihn nicht dazu bringen, einem Projekt zuzustimmen, das ihm nicht zusage, denn er habe genug Geld. Er sei durchaus glücklich, dass er mit seinen Büchern Geld verdiene, aber vor allem deswegen, weil ihm das erlaube, weitere Bücher zu schreiben, ohne einem Brotberuf nachgehen zu müssen, nicht weil er sich diesen oder jenen Luxus leisten wollen. Der größte Luxus, den er hatte, war eine Bibliothek in seinem neuen Haus, in welcher es, jedenfalls für kurze Zeit, einige leere Regalbretter gab.

Für Terry Prachtett bedeutete das Schreiben von Büchern keine Qual, sondern es machte ihm Spaß, und selbst als seine Krankheit fortgeschritten war, schrieb er weiter. (Nur das Lesen von „The Shepherd’s Crown“ machte mir keine besondere Freude.) Die Bücher stecken voller verrückter und witziger Ideen, sie sind hervorragend konstruiert, meist mit einem langen Anlauf, in welchem die Figuren und die zentralen Konflikte vorgestellt werden, bis es schließlich zum Showdown und zur Auflösung kommt. Er folgt den Mustern der Unterhaltungsliteratur, aber er tut dies auf sehr intelligente Weise (und manchmal bricht er sie), und er hat etwas über unsere Welt zu sagen.

Nun also „Thief of Time“. Ich weiß nicht, warum ich zu diesem Buch griff: Vielleicht einfach, weil ich die Bücher der Hexen-Serie in letzter Zeit etwas zu oft gelesen hatte. Gleich auf den ersten Seiten, wo das Grundthema des Buches vorgestellt wird, musste ich lachen: Da hatte ich im vergangenen Semester ein kompliziertes Referat über Kausalität und Freiheit gehalten, und Terry Prachtett macht daraus eine spannende Geschichte: Ninety percent of the universe are not accounted for, because they are doing the accounting.

(Das Buch stammt aus dem Jahr 2001 und spiegelt auch den damaligen Stand der Wissenschaft wieder: Dunkle Materie war damals noch viel geheimnisvoller als sie heute ist und lud zu allerlei Spekulationen ein, während man heute verzweifelt hofft, dass Dunkle Materie noch auf irgendeine andere Art mit der uns bekannten Materie wechselwirkt als nur durch die Gravitation, aber vielleicht werden wir uns damit abfinden müssen, dass wir nie mehr über sie herausfinden werden, als dass sie existiert und der Gravitation unterworfen ist. Außerdem war Chaosforschung damals noch weit mehr en vogue als sie es heute ist.)

Die Wesen, die das „accounting“ betreiben, heißen Auditoren, sie führen Buch über jedes Atom des Universums, und sie bevorzugen eine Welt, die nach Regeln abläuft. Menschen bringen diese Welt nun durcheinander (Terry Pratchett nennt Imaginationskraft, nicht Freiheit, als zentrale Fähigkeit), und das ist den Auditoren gar nicht Recht, und aus diesem Grund beschließen sie, die Menschheit zu vernichten. Sie finden jemanden, der bereit ist, eine exakte Uhr zu bauen, die die kleinste mögliche Zeiteinheit des Universums misst und aus dieser ihren Takt gewinnt, und sie wissen: wenn die Uhr in Gang gesetzt ist, wird die Zeit stehen bleiben.

Das Ende des Universums steht also bevor, und die Welt muss gerettet werden. Die Uhr darf nicht in Gang gesetzt werden. Aber weil das Ende des Universums bevorsteht, machen sich auch die Reiter der Apokalypse auf den Weg: Krieg, Hunger, Pest und Tod, und der fünfte Reiter, der kein Reiter, sondern ein Wagenlenker ist, und der aus den Büchern herausgeschrieben wurde. Und die Reiter der Apokalypse beschließen, dass sie die Menschheit nicht vernichten wollen, wie es eigentlich ihre Aufgabe wäre, sondern dass sie gegen die Auditoren ausrücken, denn eigentlich mögen sie die Welt der Menschen. (In „Good Omens“, das Terry Pratchett mit Neil Gaiman gemeinsam verfasste, geschieht etwas Ähnliches: Personen, die das Ende der Welt herbeiführen sollen, beschließen, dass dies doch schade wäre, und versuchen das Ende der Welt zu verhindern.)

Natürlich ist dies die ultimative Affirmation: Die Welt, so wie sie ist, wird gut geheißen. Sie soll nicht vernichtet und durch etwas Besseres ersetzt werden. Ein Paradies, in dem Stillstand herrscht, und sei es noch so  perfekt, ist nicht besser als die von Menschen bewohnte Welt. Vor allem bietet es keinen Platz für Menschen. Aber vielleicht ist die Grundidee doch nicht so affirmativ: Denn es wird nicht behauptet, dass die Welt irgendwie perfekt sei, und vor allem nicht, dass sie perfekt regiert wäre und dass keine Verbesserungen möglich wären, weil ohnehin alles perfekt ist. Die Regierungen der Scheibenwelt sind alles andere als perfekt, und die Menschen sind damit beschäftigt, in dieser mehr schlecht als recht regierten Welt zu überleben und einigermaßen anständig zu bleiben, was diverse Tricks und Schummeleien einschließt.

Die Welt ist also nicht perfekt und nicht perfekt regiert, so dass Unterwerfung und Anpassung an diese nicht perfekte Welt das Dümmste wäre, was man tun kann: Die Helden und Heldinnen Terry Pratchett nutzen die Lücken und Risse dieser unperfekten Welt aus, um so gut es geht, Gutes zu tun (und hin und wieder die Welt zu retten). Aber diese nicht perfekte Welt durch eine andere zu ersetzen, die perfekt wäre, so dass es nicht mehr nötig wäre, sich in dieser unperfekteren Welt hindurchzuwursteln und hindurchzuschummeln und überhaupt irgendwie zu überleben, wäre die wahre Katastrophe. In ihr hätten Menschen keinen Platz, und die kleinen Freuden, die diese Welt bereit hält (Schokolade ohne Nougat, oder, in „Good Omens“, ein verwinkeltes Antiquariat), gäbe es in dieser Welt nicht. Es gäbe nur Stillstand.

Einer der bemerkenswerten Aspekte von Terry Pratchetts Romanen sind seine Heldinnen. In vielen seiner Geschichten retten Frauen die Welt, indem sie mutig und intelligent das richtige tun. Granny Weatherwax ist gleichzeitig auch die Stimme der Moral, während Tiffany Achings erst lernen muss, was Moral heißt. Susan Sto Helit ist ähnlich wie diese beiden: tatkräftig, unromantisch, analytisch, diejenige, die die Nerven behält, wenn alle anderen in Panik geraten. Sie ist die (Adoptiv-)Enkelin des Todes, und sie wünscht sich ein normales Leben. Sie entspricht genauso wenig wie Granny oder Tiffany den üblichen Bildern fiktionaler Heldinnen. Sie ist extrem „tough“: in einer körperlichen Auseinandersetzung ist sie Lobsang überlegen, und Lu-Tze respektiert sie. Auf der Suche nach Jeremy ist sie diejenige, die einen klaren Kopf behält, und Lobsang folgt ihren Tipps.

In einem Blogpost, den ich am 8. März las, fand ich die Frage gestellt, ob Männer sich Frauen als Vorbilder wählen könnten. Für die meisten Frauen ist es selbstverständlich, nicht nur weibliche, sondern auch männliche Vorbilder zu haben, aber dass ein Mann zum Beispiel sagen würde: „ich möchte gern so gute Gedichte schreiben wie Ingeborg Bachmann“ ist eher selten. Terry Pratchetts Heldinnen können aber als Vorbilder dienen: nicht als Vorbilder für Frauen oder für Weiblichkeit, sondern als Vorbilder für Menschlichkeit. Sie sind tatkräftig, mutig, intelligent und handeln in Verantwortung für die ganze Welt. Nach Glück für sich selbst fragen sie nicht: sie sind damit beschäftigt, zu tun, was zu tun ist. Granny findet Glück in einer Tasse Tee mit Keks und darin, mit Adlern und Eulen die Landschaft zu erkunden, Tiffany überarbeitet sich und weiß gar nicht mehr, was Glück sein könnte, und Susan Sto Helit sucht Glück in Schokolade und ist ansonsten zufrieden, wenn ihr Leben einigermaßen normal ist.

Das genaue Gegenteil ist nun Lobsang. (Carrot, der Gegenpart zu Samuel Vimes, ist eine ähnliche Figur, aber nicht so extrem.) Seine halbgöttliche Herkunft befähigt ihn, intuitiv alles richtig zu machen: er weiß instinktiv, wie er im Fall einer Katastrophe mit den Prokrastinatoren umzugehen hat, und er hat gelernt, Zeit zu spleißen, ohne dass ihm das jemals jemand gezeigt hätte. Auch er zeigt Elemente von Witz und Verstand, gerade in seinem Umgang mit Lu-Tze, aber seine übermenschlichen Fähigkeiten charakterisieren ihn stärker als seine menschlichen Fähigkeiten, während es bei Susan gerade andersherum ist. in ihm zeigt sich ein nichtmenschliches Ideal, das vielleicht auch noch in Terry Pratchett herumgespukt hat, während er seine Heldinnen zu Frauen machte, die ganz und gar menschlich sind und an ihrer Menschlichkeit hängen.

Als ich das Buch zum ersten Mal las, mochte ich ihn, und ich darf auch jetzt, da er mir zu ideal ist, seinen wichtigsten menschlichen Augenblick nicht vergessen: Als er sich eigentlich beeilen muss, um die Welt zu retten (er muss schneller als ein Blitz die alles zerstörende Uhr erreichen), dreht er sich um, um nach Lu-Tze zu schauen, und als er sieht, dass dieser zusammengebrochen ist, hält er inne, um sicher zu stellen, dass es ihm gut geht.

Aber mir ging es so, dass ich das andere Paar, Jeremy und Lady LeJean, interessanter fand. Ihnen hätte ich ebenfalls eine Liebesgeschichte gegönnt. Vielleicht hätte es eine Lösung geben können: Er hätte nicht mit Lobsang verschmelzen und sie hätte nicht sterben müssen. Sie hätten gewöhnliche Menschlichkeit lernen können. Lobsang ist eine Nummer zu perfekt, und mir ist ein Rätsel, wie Susan mit ihm auskommen wird. Dass sie beide nicht ganz menschlich sind, ist keine ausreichende Basis für eine Beziehung.

Als er für Tiffany einen Partner erfand, war er klüger: Preston ist nicht perfekt oder übermenschlich, sondern er ist intelligent und ideenreich wie Tiffany selbst, er liebt den Klang ungewöhnlicher Worte, er möchte lernen und beobachtet die Welt. Er passt zu ihr. Nicht nur Frauenfiguren können so erfunden werden, dass sie zu Terry Pratchetts Ideal passen.

„Thief of Time“ enthält auch einige schwache Momente, Momente, in denen Terry Pratchett platt wird: Es sind jene Momente, in denen Lu-Tze zum unbezwinglichen Kämpfer wird, vor dem junge Mönche Angst haben und der Lobsang besiegt. Die meisten seiner Auseinandersetzungen gewinnt Lu-Tze durch Intelligenz, Unauffälligkeit und geschicktes Ausnutzen der Schwächen seiner Gegner, aber dann kommen doch die Punkte, an denen Terry Pratchett zeigen will: Er ist nicht nur intelligent, sondern er ist auch im „ehrlichen Kampf“ der stärkste Gegner, den man sich vorstellen kann, obwohl er bereits ein alter Mann ist. Es ist schade, da das eigentlich nicht nötig wäre. (Im letzten Buch, The Shepherd’s Crown, nimmt diese Schwäche solche Ausmaße an, dass es keinen Spaß mehr macht, das Buch zu lesen. Ich lese Terry Pratchett, weil er intelligent und witzig ist; zu lesen, wie seine Helden durch überlegene Kampfstärke statt durch Intelligenz ihre Gegner besiegen, ist dagegen langweilig.)

 

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