Bullying: Victim-Blaming oder nicht, und ein paar Bemerkungen zur Kultur des Bullying

Ich wollte eigentlich das Thema “Bullying” hinter mir lassen und mich erfreulicheren Themen widmen und nur dann über Bullying schreiben, wenn ich mich über etwas ärgere. Leider ist dies schon wieder passiert, dieses Mal aufgrund einer quasiwissenschaftlichen Anzeige, die ich im aktuellen “Spektrum der Wissenschaft” (April 2014) gefunden habe. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsanzeige verschiedener Stiftungen, in denen für die Arbeit dieser Stiftungen geworben wird. (Für diejenigen, die ein Exemplar von “Spektrum der Wissenschaft” besitzen: Die Anzeige befindet sich ziemlich weit hinten im Heft, hinter Seite 96.)

Eines dieser Projekte ist eine Stiftung, die sich um seelische Nöte von Kindern kümmern will, und zwar praktisch vom Kindergarten an: http://www.achtung-kinderseele.org/. Der Text beginnt mit der Schilderung der Probleme dreier Kinder, bei der ich mich beim ersten Lesen ziemlich aufregte und bei der ich beim zweiten Lesen dachte: Vielleicht verstehe ich ihn falsch. Beim dritten Mal dachte ich, dass ich ihn wohl beim ersten Lesen doch nicht falsch verstanden habe. Aber nun erst einmal der Text:
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Kommentare zum Thema Bullying: Opfer sein ist nichts Subjektives

Wie es scheint, kann ich nicht systematisch über Bullying schreiben (und im Grunde möchte ich mich auch gerne anderen Themen zuwenden und mich nicht von etwas determinieren lassen, was mir aufgezwungen wurde), aber wenn ich das Thema anderswo diskutiert sehe, passiert es mir schon mal, dass ich mitdiskutiere, und dann geht es mir so, dass ich meine Kommentare ungern im Cyberspace verschwinden sehe. Dieses Mal kopiere ich nur einen meiner Kommentare hierher: Die Diskussion, in die ich anschließend hineingeraten bin, fasse ich nur zusammen. Außerdem gibt es ein paar Bemerkungen zu Terry Pratchett ganz am Ende. Weiterlesen

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über die angeblichen Barbie-Feministinnen oder “warum sind nicht alle Frauen so emanzipiert wie ich es bin?”

Wie versprochen der zweite Rant des Wochenendes, dieses Mal über den Artikel “Die Barbie-Feministinnen“, der im Freitag erschienen ist und den ich über einen Link bei erzählmirnix gefunden habe. Ich habe gestern auch einige der Kommentare gelesen: Einige von ihnen waren intelligenter als der Artikel, was bei Zeitungskommenaren sonst sehr ungewöhnlich ist.

Bei dem Artikel handelt es sich um einen Rundumschlag gegen westdeutsche Frauen. Nicht gegen westdeutsche Feministinnen, obgleich sie einige von ihnen, die Artikel schreiben, zitiert, sondern gegen westdeutsche Frauen generell, die nicht gemerkt haben, dass die Männer längst ohnmächtig sind und dass der Feind in ihrem eigenen Kopf sitzt. Die Frage, die sich die Autorin nicht stellt: Warum sitzt der Feind im Kopf dieser Frauen?

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Wenn ich Bildungsministerin wäre…

… und diktatorisch das Bildungssystem reformieren könnte, würde ich bei den Hauptschulen anfangen, nicht bei den Gymnasien.

Eigentlich wollte ich nur noch jede Woche schreiben, oder tendenziell eher seltener, aber gerade sind mir über das Internet zwei Artikel in mein Aufmerksamkeitsfeld geflattert, die mich ziemlich aufregen. Der erste befasst sich mit dem G8 (“Turbo-Abitur”), das jetzt wieder in G9 verwandelt werden soll. Über den zweiten schreibe (oder rante) ich morgen.

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Ein Buch, das ich nicht lesen, und ein Film, den ich nicht sehen werde: Über den Film “das Radikale Böse”

Man liebt sie oder man hasst sie: Ich lese regelmäßig Jungle World, und zwar am liebsten die Einlage “Dschungel” in Heftgröße, die eine Art Feuilleton darstellt. Vor ein paar Wochen habe ich zwei Verrisse gefunden: zu Judith Butlers Buch “Am Scheideweg” und zum Dokumentarfilm “das Radikale Böse”. Ursprünglich wollte ich zu beiden Verrissen etwas schreiben, aber schon der erste Verriss hat mich sehr viel Zeit gekostet. Daher nur der Link zum Artikel über das Buch von Judith Butler: Deconstructing Israel. Der Rest des Textes ist über den Film “das Radikale Böse”.

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Antwort auf endolex

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, was ich auf endolex’ letzten Kommentar antworten soll, nämlich auf die Frage, ob sich Grenzverletzungen dadurch vermeiden lassen, dass man vor jeder Berührung fragt, ob das okay sei. Ich glaube, dass dies allein keine Lösung darstellt, jedenfalls dann, wenn man unter Fragen nur Fragen mit Worten versteht: Wenn unter Fragen auch Fragen mit Blicken und Fragen durch Berührungen verstanden werden, sieht die Sache anders aus.

Für meine Skepsis habe ich verschiedene Gründe: erstens bin ich mir nicht sicher, ob Menschen, die große Schwierigkeiten haben, ihre Grenzen zu schützen, allein durch Fragen geschützt werden: Schließlich ist es für viele Menschen auch nicht einfach, jemandem, den sie mögen und den sie nicht verletzen wollen, eine Bitte abzuschlagen. Weiterlesen

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Im Café: Streit über Jakob Augstein

Es scheint, als könne ich mein Blog mit den Abenteuern füllen, die ich erlebe, wenn ich im Café sitzen und lesen will. Ich frage mich, ob dies ein Vorteil gegenüber Männern ist, die zur See fahren oder auf hohe Berge klettern müssen, um Abenteuer zu erleben. Ich setze mich ins Cafe, trinke ein Heißgetränk meiner Wahl und warte: Die Abenteuer kommen schon.

Dieses Mal sprach mich jemand an und fragte mich, was ich lese. Da ich zufällig gerade ein Kapitel beendet hatte und kein neues anfangen wollte, aber noch eine ganze Menge Kaffee in meiner Tasse hatte, war ich bereit, mit dem Mann ein Gespräch zu beginnen. Es wurde zu einer Übung zum Thema “wie diskutiert man mit Nazis?” (Ich habe vor, am Donnerstag eine Veranstaltung zu diesem Thema zu besuchen. Außerdem habe ich mehrere Kommentare bei Antje Schrupp Gegner_innen und politische Konflikte darüber geschrieben.) Weiterlesen

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