Im Buchladen: Ein dem Alter entsprechendes feministisches Buch

Manchmal habe ich auch nette Erlebnisse mit wildfremden Menschen. In “meinem” Buchladen um die Ecke warte ich darauf, dranzukommen, und höre währenddessen der Frau zu, die vor mir dran ist. Es gibt Komplikationen bei einer Buchbestellung, weil sie erstens nicht die vollständigen Informationen hat und weil zweitens das Buch nur beim Verlag bestellbar ist. Die Frau redet, während der Buchhändler versucht, sich Notizen zu machen, und irgendwann sagt er: “Ich bin ein Mann, ich muss nicht multitaskingfähig sein.” Weiterlesen

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Nachtrag zum Referendum: Teilen oder Egoismus – weitere Unterschiede zwischen verschiedenen Nationalismen

Das Referendum ist nun mit einem Votum für den Verbleib im Vereinigten Königreich ausgegangen, und ein bisschen bedaure ich es, weil ich es für ein spannendes Experiment gehalten hätte. Ob es den Menschen besser oder schlechter gegangen wäre, weiß ich nicht, ich vermute, die wirtschaftliche Situation hätte sich nicht sehr verändert, weil die Wirtschaft mittlerweile international ist. Ob eine schottische Regierung eine bessere Sozialpolitik gemacht hätte als die Tories in London – okay, eine viel schlechtere Sozialpolitik ist auch nicht möglich.

Ich höre mir also die Kommentare im Radio an, und nachdem ich die Internationale Presseschau gehört habe, suche ich nach dem Original eines der Zitate:

But the battlefield is still full of resonant lessons. The win, though close, was decisive. It looks like a 54%-46% or thereabouts. That’s not as good as it looked like being a couple of months ago. But it’s a lot more decisive than the recent polls had hinted. Second, it was women who saved the union. In the polls, men were decisively in favour of yes. The yes campaign was in some sense a guy thing. Men wanted to make a break with the Scotland they inhabit. Women didn’t. Third, this was to a significant degree a class vote too. Richer Scotland stuck with the union — so no did very well in a lot of traditonal SNP areas. Poorer Scotland, Labour Scotland, slipped towards yes, handing Glasgow, Dundee and North Lanarkshire to the independence camp. Gordon Brown stopped the slippage from becoming a rout, perhaps, but the questions for Labour — and for left politics more broadly — are profound. (Quelle: Scotland votes no: the union has survived, but the questions for the left are profound)

Es lässt mich denken: Das ist der Grund, warum mir der schottische Nationalismus sympathischer ist als der flämische, der katalonische, obgleich ich ihm wie jeder Form von Nationalismus misstrauisch gegenüberstehe.
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Zweierlei Nationalismus?

Seit Jahren ist Nationalismus eines meiner Themen, und jetzt habe ich den schottischen Nationalismus ganz vergessen. Gestern sind zwei eher “theoretische” Artikel in meiner Twitter-Timeline gelandet – okay, “theoretisch” im Vergleich zu den Berichten im Deutschlandfunk und auf der Website der ARD, die eher journalistisch vorgehen, das Land bereisen und Menschen interviewen, ob sie für oder gegen die Unabhängigkeit stimmen werden und warum und warum nicht.

Außerdem ist ein Bild in meiner Timeline aufgetaucht, das die Regionen Europas zeigt, welche nach Unabhängigkeit streben: Unabhängigkeitsbewegungen in Europa. Preisfrage: Welche Unabhängigkeitsbewegung haben sie vergessen? Weiterlesen

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Ich war dabei: Centenary 1914-2014 (Urlaub, Teil 4)

Ich bin zurück vom Urlaub. Ich bin, mehr oder weniger, die Westfront entlang gefahren, das heißt, den umkämpften Teil der Westfront. Was ich gelernt habe: Lille ist eine Stadt ohne Buchläden.

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Ich war dabei: Centenary 1914-2014 (Urlaub, Teil 3)

Ich bin zurück vom Urlaub. Ich bin, mehr oder weniger, die Westfront entlang gefahren, das heißt, den umkämpften Teil der Westfront. Was ich gelernt habe: Der Chemin des Dames ist eine Straße, offiziell heißt sie D18CD. Sie ist zweispurig und läuft auf dem Rücken eines Höhenzugs entlang.

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Ich war dabei: Centenary 1914-2014 (Urlaub, Teil 2)

Ich bin zurück vom Urlaub. Ich bin, mehr oder weniger, die Westfront entlang gefahren, das heißt, den umkämpften Teil der Westfront. Was ich gelernt habe: Die Aisne ist ein Fluss, nicht besonders breit und meistens dreckig grün.

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Ich war dabei: Centenary 1914-2014 (Urlaub, Teil 1)

Ich bin zurück vom Urlaub. Ich bin mit dem Zug nach Metz gefahren und von dort aus mit dem Fahrrad Richtung Westen: Nach Verdun, dann nördlich die Argonnen überquert, anschließend die Aise entlang und dem Chemin des Dames gefolgt (vorher noch ein Ausflug nach Reims), und von dort aus nach Norden nach Péronne und Albert. Dort bin ich in den Zug gestiegen und nach Lille gefahren, von dort aus nach Ieper (Ypern, Ypres, Ypers). Von Ieper aus bin ich wieder nach Hause gefahren. Ich bin also, mehr oder weniger, die Westfront entlang gefahren, das heißt, den umkämpften Teil der Westfront. Den elsässischen Teil, den es auch gab, habe ich ausgelassen, vor allem, weil ich ihn zu wenig kenne. In Metz habe ich eine Karte gefunden, auf der die gesamte Front eingezeichnet ist, einschließlich der (geringfügigen) Veränderungen im Laufe des Krieges, so dass ich mit dieser Karte auch die gesamte Front abfahren könnte. Ich weiß aber noch nicht, ob ich das je tun werde: Selbst die Strecke, die ich jetzt gefahren bin, hat sich als sehr anstrengend herausgestellt. Vielleicht die erstaunlichste Erkenntnis, die ich durch kein Buch hätte erfahren können: Verdun ist nicht nur der Schauplatz einer der furchtbarsten Schlachten des Ersten Weltkriegs, sondern außerdem eine hübsche kleine Stadt. Ansonsten einige Ausflüge in die britische und französische Erinnerungskultur, an der Deutsche leider viel zu wenig teilhaben.

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