Frauenrechte à la Uno

Normalerweise bin ich vorsichtig, wenn es darum geht, Antisemitismus außerhalb Deutschlands zu kritisieren. Als ich anfing, Texte zu lesen, die muslimischen Antisemitismus thematisierten, war ich misstrauisch: Geht es wirklich um Muslime, wenn Worte wie „Islamfaschismus“ benutzt werden? Ist das nicht nur eine weitere Spielart der beliebten Ausflucht: „Warum immer wir? Warum schaut ihr nicht, was andere machen?“ Seit den antiisraelischen Demonstrationen im letzten Sommer und seit den Attentaten auf Charlie Hebdo, den jüdischen Supermarkt, auf die Veranstaltung zur Pressefreiheit in Kopenhagen und auf die dortige Synagoge, ist diese Einstellung gekippt. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich mir meiner selbst sicherer geworden bin, dass ich aber auch die theoretischen Zusammenhänge besser durchschaue. Außerdem gibt neben der Abschiebung des Problems auf andere („Muslime, nicht wir Biodeutsche, sind antisemitisch“), ja auch das umgekehrte Phänomen: Den eigenen Antisemitismus hinter muslimischem Antisemitismus beziehungsweise dem Eintreten für die Dritte Welt verstecken.

Ja, und dann taucht der untenstehende Artikel in meinem Postfach auf. (Ich wusste davon schon vorher, auf meiner tumblr-timeline war eine Meldung erschienen, die ich dort auch weitergeleitet habe.) Anscheinend ist Antisemitismus zu einem weltweiten Problem geworden. Jedes Thema lässt sich heutzutage instrumentalisieren, um Gegnerschaft gegen Israel kundzutun. Ich wünschte, die EU hätte wie die USA gegen die Resolution gestimmt. (Es wäre wichtig, zu analysieren, was auf der theoretischen Ebene geschehen ist, dass es so weit kommen konnte, und vor allem, warum die Linke, oder diejenigen, die sich für links halten, nicht merken, dass da etwas schief läuft und dass man protestieren müsste. Aber das schaffe ich nicht heute morgen.)

Lizas Welt

Jahrestagung der UN-Frauenrechtskommission, New York, März 2015

Bei den Vereinten Nationen gibt es eine »Fachkommission für die rechtliche Stellung der Frau«, die »United Nations Commission on the Status of Women« (CSW). Sie existiert seit 1946 und gehört zum Wirtschafts- und Sozialrat der Uno, einem der sechs UN-Hauptorgane (zu denen beispielsweise auch die Generalversammlung, der Sicherheitsrat und der Internationale Gerichtshof zählen). Die Kommission hat sich die Geschlechtergerechtigkeit zum Ziel gesetzt, sie tritt für die universellen Rechte von Frauen ein und beobachtet, wie sich die diesbezügliche Lage in der Welt entwickelt. Einmal im Jahr tritt das derzeit 45 Mitglieder umfassende Gremium im UN-Hauptquartier in New York zusammen, um den Stand der Dinge zu resümieren, politische Schritte zu beraten, Resolutionen zu verabschieden und Programme zu beschließen. Es ist die höchste und wichtigste Einrichtung der Vereinten Nationen, was Frauenrechte betrifft.

Am vergangenen Freitag ist die 59. Jahressitzung der Frauenrechtskommission zu Ende gegangen. Und dabei ist auch eine Resolution angenommen worden…

Ursprünglichen Post anzeigen 576 weitere Wörter

Dieser Beitrag wurde unter "Israelkritik", Lizas Welt abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s