Ich war dabei: Centenary 1914-2014 (Urlaub, Teil 2)

Ich bin zurück vom Urlaub. Ich bin, mehr oder weniger, die Westfront entlang gefahren, das heißt, den umkämpften Teil der Westfront. Was ich gelernt habe: Die Aisne ist ein Fluss, nicht besonders breit und meistens dreckig grün.

24. August: Verdun – Buzancy

Ich habe mehrere Fahrradfahrer als Nachbarn, und meine direkten Nachbarn sind zwei junge Franzosen. Ich habe es selten erlebt, dass Franzosen ähnlich wie ich mit Fahrrad und Zelt unterwegs sind: Sie fahren meistens Rennrad. Bei den Belgiern ist es ähnlich, aber Holländern bin ich schon vielen begegnet, auch Menschen aus Australien (im Bereich der britischen Front des Ersten Weltkriegs), während Briten meistens mit dem Motorrad unterwegs sind. Ich bin ganz stolz, dass ich als erste aufbreche, obgleich ich nicht als erste aufgestanden bin. Allerdings habe ich das Frühstück ausgelassen.

In einer Bäckerei – eher einer Konditorei – hole ich das Frühstück nach. Wegen der vielen Einbahnstraßen schiebe ich mein Fahrrad und steige erst auf, als ich die Straße Colonel Briant (ein Verteidiger der Stadt 1916) erreicht habe, welche mich entlang der Maas aus der Stadt führt. Rechtzeitig finde ich einen Weg über die Maas und erreiche die Straße, auf der ich nach Westen fahren will.

Meine Tagesetappen sind im wesentlichen durch den Michelin-Campingführer vorgegeben, den ich mir vor einigen Jahren gekauft habe. Er ist für Autofahrer gedacht und enthält nur Plätze, die der Michelin für erwähnenswert hält. Dass die Abstände zwischen den erwähnten Plätzen für Fahrradfahrer grenzwertig sind, hat die Macher des Führers nicht gekümmert. Da ich mich aber nicht auskenne, will ich es bis Buzancy schaffen, das mir erreichbar scheint. Allerdings liegt es deutlich nördlich der ehemaligen Front.

Mein erstes Ziel ist also Varenne-en-Argonne, und einschließlich einer längeren Mittagspause und einer kürzeren Pause einen Kilometer vor Varenne erreiche ich es ungefähr um drei. Der Weg ist wieder einigermaßen hügelig gewesen, aber ich lerne Tricks, mit den Hügeln klarzukommen: Mich auf die Kilometersteine konzentrieren, Geduld haben und daran denken, dass jeder dieser Steine bedeutet, dass ich meinem Ziel näher gekommen bin, egal, ob es bergauf oder bergab ging.

An einer Stelle überquert ein Reh die Straße. Irgendetwas muss es erschreckt haben, so dass es den Hang hinab auf die Straße und anschließend den Hang auf der anderen Seite hinauf läuft. Es schaut nicht nach rechts oder links, als es die Straße überquert. Ich beneide den Autofahrer auf der anderen Seite, vor dem das Reh in einem Abstand von vielleicht 20 Metern über die Straße läuft, nicht.

Eigentlich gäbe es eine Menge zu sehen: Auf der rechten Seite liegen „Hügel 304“ und die Höhe mort-homme, auf der linken Seite in den Bergen liegen Kaisertunnel und weitere Überreste der Schlachten. Da ich nicht abschätzen kann, wie lange ich brauchen werde, lasse ich alles aus und sehe mir nur ein amerikanisches Denkmal für die Soldaten aus dem Staat Missouri an. Ich tröste mich damit, dass ich wiederkommen und mir dann mehr Zeit nehmen werde: Jetzt erkundige ich nur die Gegend und finde zum Beispiel heraus, dass es in Varenne einen Zeltplatz gibt.

Anschließend geht es nach Norden, Richtung Buzancy. Ich erinnere mich noch an einige der Steigungen. Ein deutscher Militärfriedhof liegt am Wegrand, einen amerikanischen, der weiter abseits liegt, sehe ich mir nicht an. (Ich habe tatsächlich mir keinen einzigen amerikanischen Friedhof angesehen, dabei ist das die einzige Sorte, von der ich bis jetzt noch nicht weiß, wie sie aussehen.) Ein weiterer deutscher Friedhof, an dem ich vorbeikomme, kann nicht besichtigt werden, er wird gerade umgebaut. Laut Schild am Bauzaun soll er ein „Ehrenhain“ bleiben, aber mit weniger Bäumen, die auf Besucher fallen könnten, und pflegeleichter.

Ich biege wieder nach Westen ab, Richtung Buzancy, zum steilsten Teil der Strecke. Ich zähle die weißen Linie auf der Straße, steige nach jeweils dreißig Linien ab, um zu verschnaufen, und bin froh, als es bergab geht und ich endlich in Buzancy ankomme. Die Argonnen sind eben ein Gebirgszug. Dabei ist es gar nicht so spät: Erst um sechs. Auch in hügeliger Landschaft kann ich meinen Schnitt halten (er ist nicht besonders ehrgeizig.)

25. August: Buzancy (Ausflug nach Vouziers)

Am Abend zuvor habe ich die Kleidungsstücke gewaschen, die bisher schon schmutzig geworden sind. Jetzt sollen sie trocknen. Anstatt sie jedoch nachts ins Zelt zu holen, habe ich sie draußen gelassen, und durch den Tau sind sie immer noch nass. Während des Frühstücks fängt es an zu regnen, ich ziehe mich ins Zelt zurück und lasse meine Sachen draußen. Nässer können sie nicht werden. Gegen Mittag hört es auf zu regnen, ich setze mich nach draußen und lese weiter, und irgendwann beschließe ich, dass ich nicht den ganzen Tag auf dem Zeltplatz bleiben will. Mein Ziel soll Vouziers sein, wo es laut Karte ein „Office de Tourisme“ gibt, so dass ich mich dort hoffentlich über Zeltplätze in der Umgebung informieren kann.

Zuvor sehe ich mir jedoch das Dorf an. Einige Häuser scheinen nicht mehr bewohnt zu sein. Es gibt eine Art Supermarkt, der aber nur die Dinge verkauft, die in Deutschland auch sonntags verkauft werden dürfen: Brot, Blumen und Zeitungen. Dafür gibt es andere, exotischere Geschäfte. Ich finde den deutschen Militärfriedhof, aber da dort gerade jemand den Rasen mäht, besichtige ich ihn nicht. (Auf meiner Karte, die die Frontlinien anzeigt, sehe ich, dass es während der „Endoffensive“ kurz vor dem Waffenstillstand hier noch eine Schlacht gegeben haben muss.) Es scheint in Buzancy auch einmal ein Schloss gegeben zu haben, aber davon sind nur noch die Außenanlagen zu sehen, das Gebäude gibt es nicht mehr.

Die Strecke nach Vouziers ist – wieder einmal – hügelig, aber da ich ohne Gepäck fahre, ist sie weniger anstrengend als die Strecke am Vortag. Ich brauche ungefähr neunzig Minuten für jede der beiden Richtungen (Entfernung etwa zwanzig Kilometer), obgleich ich beide Male eine Pause einlege.

Bei der Hinfahrt besteht die Pause im Besuch eines Militärfriedhofs. Der Militärfriedhof bei Vouziers ist der einzige, der eine deutsche und eine französische Abteilung enthält. Beide Seiten sind klar voneinander getrennt, und es gibt auch zwei Eingänge und zwei Informationstafeln, aber es gibt keine Mauer dazwischen, nicht einmal ein symbolisches Mäuerchen, über das man steigen müsste, sondern es sind einfach auf einer Seite des Friedhofs die einen, auf der anderen die anderen Soldaten begraben, und man kann über den Rasen von der einen auf die andere Seite gehen. Auf der französischen Seite gibt es auch einige Reihen mit Gräbern tschechischer Gefallener. Sie haben sich auf der Seite der westlichen Alliierten am Kampf beteiligt. Die muslimischen Grabsteine stehen hier zwischen den christlichen Kreuzen. Auch auf den Kreuzen finde ich hin und wieder Namen, die mich vermuten lassen, dass der Gefallene aus einer der afrikanischen Kolonien Frankreichs stammte. Erschreckend auch die Daten auf den Kreuzen: Die meisten der Gefallenen sind in den letzten Wochen vor dem Waffenstillstand gefallen, manche sogar noch im November. Der Krieg war längst verloren – sie hätten leben können, wenn die deutsche Militärführung sich früher zu einem Waffenstillstand hätte entschließen können.

In Vouziers finde ich zwar ein Carrefour und mehrere Stadtpläne, aber das Office de Tourisme ist nicht dort, wo es laut den Stadtplänen sein sollte. Ich kaufe also ein, mache mich auf den Rückweg und werde dabei klatschnass. Dabei denke ich, als es zu regnen beginnt, gar nicht mal zuerst an die Kleidung, die ich anhabe, sondern an die, die über meinem Zelt hängt. (An mich denke ich nicht: Ich friere nicht, und ich weiß, dass ich wieder trocken werde.) Aber im Prinzip ist es egal: Die Hosen, die ich gewaschen habe, die, die ich anhabe, und meine Jacke sind nass und werden am nächsten Morgen nicht trocken sein. Ich bin froh, dass die Rezeption des Campingplatzes noch offen ist, als ich ankomme, so dass ich einen Jeton für den Wäschetrockner kaufen kann.

26. August: Buzancy – Attigny

Ich hatte mir einen Tag in Buzancy gönnen wollen, um meine Kleidung zu trocknen, aber wegen des Regens habe ich jetzt nicht weniger, sondern mehr durchnässte Kleidung. Ich ziehe meine letzte trockene Hose an, und nachdem ich gefrühstückt habe, benutze ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Wäschetrockner. (Sonst hänge ich immer alles auf dem Wäscheständer auf.) Zunächst spüle ich nebenher das Geschirr, anschließend höre ich einfach zu, was der Trockner macht. Ich habe eine Jacke eingepackt, deren Bändel nun gegen die Innenwände des Trockners schlagen und sie hoffentlich nicht zerschlagen. Als der Trockner endlich fertig ist, nehme ich erleichtert die warme, trockene Wäsche heraus und stelle fest, dass jedes Stück, das ich hinein getan hatte, eigentlich nicht im Trockner hätte getrocknet werden dürfen. Der Wäsche hat es aber nicht geschadet, und ich hoffe, dass es auch dem Trockner nicht geschadet hat und dass ich im nächsten Jahr wiederkommen darf, es ist nämlich ein sehr schöner Zeltplatz mit sehr netten Betreibern.

Ich plane, nach Autry zu fahren, was nur dreißig Kilometer entfernt ist und im Süden liegt, und dann irgendwie, notfalls mit dem Zug, nach Reims und anschließend nach Guignicourt zu gelangen. Ich frage die Campingplatzbetreiber, ob sie einen anderen Campingplatz weiter westlich wissen, und sie erzählen mir als erstes, dass der Campingplatz in Autry geschlossen sei. Sie empfehlen mir einen anderen, im Westen von Buzancy gelegen, in Attigny. Er ist vierzig Kilometer entfernt, was genau richtig ist: schließlich ist es mittlerweile schon ziemlich spät. Sie emfehlen mir, den Weg über La Chesne zu nehmen, was ganz angenehm ist, da ich so nicht noch einmal nach Vouziers fahre, was ich ja schon kenne.

Ich komme gut voran, die Steigungen halten sich in Grenzen, ich orientiere mich an den Kilometersteinen. In La Chesne trinke ich Kaffee, anschließend fahre ich weiter. Ich gelange an die Aisne: auch sie ist jetzt nicht mehr nur der Name einer Schlacht, sondern auch ein hübscher kleiner Fluss. Das Gebiet ist touristisch gut erschlossen, immer wieder gelange ich an Schautafeln, auf denen die Wanderwege und Fahrradwege erklärt werden. Noch vor um vier bin ich in Attigny. Dort kaufe ich frisches Haarwaschmittel und besorge mir eine Zeitung im Zeitungs- und Tabakladen. Erstaunt stelle ich fest, dass es dort Himmlers private Briefe in französischer Übersetzung als Paperback zu kaufen gibt. Außerdem gibt es eine riesige Anzahl historischer Zeitschriften, von denen etwas mehr als die Hälfte den Ersten Weltkrieg und die Schlacht an der Marne behandeln. Aber nicht nur der Erste Weltkrieg, sondern auch das 70-jährige Jubiläum der Befreiung Frankreichs von der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg ist ein großes Thema. Ich überlege mir, eine dieser Zeitungen zu kaufen, aber ich habe schon genügend Gewicht zu schleppen. Stattdessen kaufe ich eine „Le Monde“, lese diese in der Bäckerei gegenüber und fahre schließlich zum Campingplatz. Abends gibt es noch ein Gewitter, das einzige während meines Urlaubs.

27. August: Attigny – Guignicourt Auf einer „Picknickstation“ (Tisch mit zwei Bänken) auf dem Campingplatz frühstücke ich, aber erst, nachdem ich mein Zelt zusammengepackt habe. Ich suche dann nach dem Kettenöl: Dass ich Kette und Zahnkränze habe wechseln lassen, bevor ich in Urlaub gefahren bin, war die beste Urlaubsvorbereitung, die mir je eingefallen ist. Das Fahrrad soll weiterhin gut laufen. Ich komme auch wirklich gut voran, bin schon halb zwölf in Rethel, irre dort eine Weile auf der Suche nach einem schönen Cafe in der Innenstadt umher und trinke dann in einer Art Fastfoodimbiss Kaffee. Rethel ist eine schöne Stadt, aber wenig gastfreundlich,

Ich fahre weiter. Ich habe ernsthaft Schwierigkeiten, den richtigen Weg zu finden, da der ausgeschilderte Weg auf die Autobahn oder zumindest beängstigend in die Nähe der Autobahn zu führen scheint. Ich wähle einen nicht ausgeschilderten Weg am Kanal entlang, und tatsächlich gelange ich nach kurzer Zeit in das erste Dorf, das ich mir auf der Karte ausgeguckt hatte, und anschließend komme ich ohne Probleme voran. Ich vermisse aber die Kilometersteine.

Ich bedaure etwas, dass ich immer etwas abseits vom Wasser fahren muss und nur selten einen Blick auf den Fluss habe, aber ich habe mich letztes Jahr einmal komplett verirrt und bleibe daher lieber auf den Straßen. Als ich die Aisne überquere, sehe ich, dass sie hier ein hübscher kleiner Fluss ist, auf dem man Wildwasserkanu fahren kann. An anderen Stellen ist sie eine grüne Brühe, aber das hält die Menschen nicht vom Angeln ab.

Schon halb fünf bin ich in Guignicourt. Ich fahre ein bisschen im Ort umher, um mich zu orientieren, aber vor allem, weil es zu früh ist, um schon das Zelt aufzuschlagen. Da es im Ort aber nichts vernünftiges zu tun gibt (auf die Bar – Brasserie habe ich keine Lust, sie ist mir zu dunkel und wenig einladend), fahre ich doch zum Campingplatz. Die Betreiberin behauptet, ich würde gut französisch sprechen, was ich rundweg verneine, da ich gerade einmal ein paar Sätze kann, mit denen ich mich verständige, und sie fragt mich, ob ich keine Angst habe. Ich sage, ich hätte keine Angst, und wundere mich hinterher: Sie als Zeltplatzbetreiberin sollte doch die Haltung haben: Mein Zeltplatz ist sicher für jeden.

Tatsächlich bin ich nicht mehr frei von Angst. Nachdem ich jahrelang mit dem Zelt Urlaub gemacht habe, ohne dass je etwas geschehen war, sind mir letztes Jahr zwei Zeltplätze verleidet worden, der von Arras und der von Fismes. Der Zeltplatz von Arras, genauer gesagt von Plouvain, einer Stadt in der Nähe von Arras, ist ein städtischer Zeltplatz, der von einer alten Frau betrieben wird und nach meinem Eindruck in erster Linie von Dauercampern bewohnt wird, die jedes Jahr dorthin kommen. Ich war dort schon vor zwei Jahren, und vor zwei Jahren mochte ich ihn, besonders wegen der beiden Igel, die die Umgebung des Zeltes erkundigten. Vor einem Jahr zog ich mich relativ früh ins Zelt zurück, und ein paar Kinder waren neugierig und kamen heran und schlugen genen die Zeltwand. Ich schrie sie an (auf Deutsch – mein Französisch reicht nicht, um wütend zu werden), und sie liefen davon, aber ich fand die Situation trotzdem sehr unangenehm und fragte mich, ob die Eltern diesen Kindern kein besseres Benehmen beibrächten. Dieses Jahr ist mein einziges unangenehmes Erlebnis ebenfalls mit einem Kind gewesen, und ich überlege, ob Kinder die Werte ihrer Eltern ausdrücken („Frauen sollen nicht alleine mit dem Fahrrad durch die Gegend reisen“), während die Eltern gewisse Grenzen einhalten.

Das zweite, viel schlimmere Erlebnis war in Fismes. Ich hatte mich schon zum Schlafen hingelegt, merkte dann, dass da etwas an der Zeltwand war, dachte erst, es sei ein Tier, stellte dann aber fest, es war ein Mensch. Ich setzte mich auf, sagte „Sagen Sie mal!“, merkte dann, dass der Mensch schon die Tür des Zeltes geöffnet hatte, aber jetzt, wo ich etwas gesagt hatte, davonlief. Ich hatte Glück: Weil ich erst nur dachte, da macht jemand an der Zeltwand rum, hatte ich keine Zeit und konnte daher energisch und entrüstet reagieren, ohne Angst zu haben; wenn ich gewusst hätte, dass er schon das Zelt geöffnet hatte, hätte ich vielleicht mehr Angst gehabt und nicht so energisch reagiert. Aber vielleicht ist es auch einfach so, dass er keine Gewalt im Sinn hatte, sondern dass es für ihn einfach so eine Art Dumme-Jungen-Streich war, nur dass er eben kein kleiner Junge war, sondern ein erwachsener Mann, der mir wirklich Angst machte. Ich lag hinterher stundenlang wach und zählte die Glockenschläge der Kirchturmuhr, später fand ich den Mut aufzustehen und nach draußen zu gehen, was mir gut tat: Stehend fühlte ich mich stark und hatte das Gefühl, mich im schlimmsten Fall wehren zu können. Aber im Zelt will ich schlafen und mich nicht wehren. Ich fragte mich, wer das war: Er war in Richting Dorf weggerannt, also war es eventuell jemand aus dem Dorf, aber später dachte ich, dass es wahrscheinlich einer der beiden jungen Männer aus dem Nachbarzelt war. Als es zu regnen anfing, konnte ich endlich einschlafen, da ich nicht mit einem Überfall im Regen rechnete, und ich war froh, dass es noch am nächsten Morgen regnete. Die beiden jungen Männer brachen als erste Campingplatzbewohner auf, während ich mir noch etwas mehr Zeit ließ und mich mit den Engländern unterhielt, die noch auf dem Campingplatz waren. Seither achte ich aber auf die Nachbarn, wenn mich mein Zelt aufschlage, und ich ziehe abends kein Kleid mehr an. Und Fismes habe ich gemieden, obgleich dieses Ereignis sich nur zufällig gerade in Fismes ereignete, während das Ereignis mit den Kindern in Arras wahrscheinlich schon etwas mit dem Zeltplatz zu tun hatte.

Der Zeltplatz in Guignicourt ist deutlich edler (und teuer) als der in Fismes, und es wimmelt von englischen Touristen. Hier beginnt der britische Teil der Weltkriegserinnerung. (Verdun ist dagegen ein deutsch-französischer Ort.) Vielleicht hat sich die Campingplatzbetreiberin gefreut, dass ich überhaupt Französisch spreche, während die britischen Touristen selbstverständlich davon ausgehen, dass sie englisch spricht. Außer den britischen Touristen gibt es dort auch noch mindestens drei Katzen, denen ich vor allem während der beiden Nächte begegne.

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