Ein Buch, das ich nicht lesen, und ein Film, den ich nicht sehen werde: Über den Film „das Radikale Böse“

Man liebt sie oder man hasst sie: Ich lese regelmäßig Jungle World, und zwar am liebsten die Einlage „Dschungel“ in Heftgröße, die eine Art Feuilleton darstellt. Vor ein paar Wochen habe ich zwei Verrisse gefunden: zu Judith Butlers Buch „Am Scheideweg“ und zum Dokumentarfilm „das Radikale Böse“. Ursprünglich wollte ich zu beiden Verrissen etwas schreiben, aber schon der erste Verriss hat mich sehr viel Zeit gekostet. Daher nur der Link zum Artikel über das Buch von Judith Butler: Deconstructing Israel. Der Rest des Textes ist über den Film „das Radikale Böse“.


Das Radikale Böse

Erst einmal der Link zum Verriss in der Jungle World: „Eine schöne Arbeit ist das nicht.“ Ich halte diese Kritik im Moment tatsächlich sogar für zu harmlos, was ich im folgenden ausführen werde.

Allerdings habe ich den Film nicht gesehen, weiß nicht, ob ich ihn sehen will (eher nicht), und kann ihn, selbst wenn ich will, erst im März sehen. Ich werde mich bei meiner Kritik also in erster Linie auf Interviews stützen, die mit dem Regisseur geführt wurden. Ich glaube, das ist die fairste Art, mit dem Film umzugehen, ohne ihn gesehen zu haben.

Hier der Link zum längsten, differenziertesten und widerspruchvollsten dieser Interviews: Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“. Wenn ihr euch nur eines der Interviews anhören wollt, dann empfehle ich dieses.

Zunächst einmal das Thema des Films: Es geht um die Massenmorde an Juden in der ehemaligen SU, insbesondere der Ukraine, durch Erschießungen. Das Bild, das die meisten Menschen vom Holocaust haben, ist von den Vernichtungslagern geprägt, in denen Menschen vergast wurden, eine Mordmethode, bei der die Täter den Opfern nicht ins Auge sehen müssen. Die quasiindustrielle Methode, mit der Menschen ermordet wurden, lässt die Morde umso erschreckender erscheinen, andererseits macht sie die Morde scheinbar auch erklärbarer: Wenn man nicht sieht, was man tut, ist es leichter, die Tat zu begehen.

Es gab aber nicht nur die Morde in den Lagern, sondern auch Erschießungen direkt vor Ort. Dörfer und Städte wurden nach Juden durchkämmt, diese wurden zusammengetrieben und in „Handarbeit“ erschossen. Die Täter sahen den Opfern in die Augen, sie wussten, was sie taten. Die Frage „Wie konnten sie das tun?“ drängt sich auf: Wie können Menschen Männer, Frauen und Kinder töten, die ihnen nie etwas getan haben.

Es gibt zwei extreme Antworten auf diese Frage: Die eine distanziert sich von den Tätern, indem sie diese zu Monstern erklärt, die mit gewöhnlichen Menschen nichts zu tun haben. Die andere erklärt die Täter zu gewöhnlichen „normalen“ (englisch „ordinary“) Männern, die sich in nichts von anderen Menschen unterscheiden und die ihre Taten nur begingen, weil sie unverschuldet in eine Situation geraten waren, in der sie nicht anders konnten.

Intelligente Antworten vermeiden beide Extreme. Sie vermeiden auch die Mitte zwischen den Extremen und suchen nach neuen Wegen, vor allem werden die Antisemitismus und die nationalsozialistische Ideologie nicht ausgeblendet. Aber selbst, wenn wir den Antisemitismus miteinbeziehen, müssen wir doch noch erklären, warum eine Ideologie, die auch im 19. Jahrhundert weit verbreitet war, auf einmal mörderisch wurde.

Eine abschließende Erklärung dafür, dass Menschen andere Menschen ermordeten, mit der wir uns zufrieden zurücklehnen könnten und sagen: Jetzt haben wir es verstanden! gibt es meines Wissens nicht, und wahrscheinlich wird es sie auch nie geben. Es gibt aber interessante Annäherungen an diese Frage, einerseits historische Studien, die erst einmal herausfinden, was genau geschehen ist, aber auch psychologische und soziologische Untersuchungen und Studien und vor allem Studien, die eine Verknüpfung zwischen den Morden und der dahinter stehenden Ideologie, dem Antisemitismus, herstellen.

Der Film entscheidet sich dafür, die Täter als ganz normale junge Männer darzustellen. Sie sind keine Monster, keine „moralischen Aliens“, sondern pickelige junge Männer, die sich nicht trauen, zu sagen „ich mach nicht mit“. Die Taten ergeben sich aus Situation: Sie wollten vor den Kameraden nicht als feige dastehen. (Immerhin räumt der Film und räumen die Interviews mit dem Mythos auf, dass jemand sofort umgebracht worden wäre, wenn er sich geweigert hätte, Juden umzubringen.) Zwischen den beiden Extremen „moralisches Alien“ und normaler junger Mann, der ein wenig feige ist, scheint es nichts zu geben. Die Erklärung, dass diese jungen Männer von der nationalsozialistischen Ideologie überzeugt sein könnten, wird nicht geprüft.

Nicht Antisemitismus, sondern Konformitätsdruck wird zur Hauptursache der Verbrechen erklärt – oder zumindest zur wichtigsten Ursache, warum angeblich ganz normale Menschen sich an den Verbrechen beteiligt haben. Die Neigung sich konform zu verhalten, wird zu einer anthropologischen Grundkonstante erklärt: Alle Menschen neigen dazu, weil dies das Zusammenleben erleichtert. Es wird nicht erwähnt, dass die Bereitschaft zur Konformität nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt ist und dass Konformität nicht erklären kann, warum gemordet wird. (Außerdem werden psychologische Experimente angeführt, die teilweise mehrere Jahrzehnte alt sind. Warum kümmert sich Ruzowitzky nicht um die aktuelle Forschung? Immerhin wird erwähnt, dass nicht alle Menschen dem Konformitätsdruck erlagen: ein paar widerstanden. Und da ich gerade dabei bin: Warum wird zwar Christopher Browning interviewt, aber nicht Daniel Goldhagen?)

Der Holocaust lässt sich angeblich aus der Psychologie der Menschen erklären, und aus diesem Grund muss befürchtet werden, dass ähnliche Taten wieder begangen werden. Tatsächlich wird der Teil des Holocausts, der durch Erschießungen geschah, als „konventioneller Genozid“ bezeichnet. Es stellt sich die Frage, wie weitere Genozide verhindert werden können, aber da in erster Linie die psychologische Ebene behandelt wird und da behauptet wird, wir alle hätten die Anlage dazu, kann die Frage nicht beantwortet werden.

Andererseits wird auch immer wieder betont, dass es Aussagen gibt, die bei allen Versuchen, die Täter zu verstehen, unfassbar bleiben, etwa wenn Familienväter kleine Kinder umbringen und das noch dazu für richtig halten. Die Täter sollen nicht entschuldigt werden, und es soll nicht zur Identifikation eingeladen werden.

Das Problem besteht darin, dass mit der Entscheidung für eine psychologische Erklärung, die ausblendet, welche politischen Ansichten damals verbreitet waren, genau das getan wird, was der Regisseur angeblich vermeiden will: die Täter werden entschuldigt. Sie konnten nichts für das, was sie taten. Erst nach den ersten Morden haben sie sich selbst „gebrainwasht“. Historische Aufarbeitung sieht anders aus.

Nun zu den Belegen:

  • Angeblich handelte es sich um „pickelige Jungs“, die vor den Verbrechen „ganz normal“ waren und keineswegs irgendwie verbrecherisch veranlagt oder von einer rassistischen Ideologie beeinflusst.

    • Stefan Ruzowitzky spricht davon, wie er erst „moralische Aliens“ erwartete (Stefan Ruzowitzky über DAS RADIKAL BÖSE, Minute 2:17) und dann auf Gesichter von pickligen Jungs stieß (in seinem eigenen Film?), denen es peinlich war zu sagen, sie würden nicht mitmachen. So entstehe das Böse. Von pickeligen Jungen spricht er auch in einem anderen Interview: „das ist ja teilweise so abartig grausam, wo man sich denkt, wenn man das liest, was für moralische Aliens müssen das sein, was für Monster, die so was denken und so was aussprechen -, und wenn man das dann kontrastiert sieht mit diesen pickeligen Jungsgesichtern, dann kommt man darauf, womöglich waren die Täter damals genauso unsichere Pickelgesichter, die sich halt in dem einen wichtigen Moment nicht getraut haben zu sagen, jetzt mache ich nicht das, was alle anderen machen, sondern jetzt beziehe ich einmal in meinem Leben eine moralische Position.“ (Den Tätern ein Gesicht geben).

    • Es wird gefragt: „Wie gerät man da rein? Wie kommen ganz normale, eigentlich nette, oft gar nicht politische junge Männer dazu, plötzlich Teil zu werden dieser Mordmaschinerie?“ ( Stefan Ruzowitzky Jan 16, 2014 1:29 PM Minute 1:10)

    • „Das war ein Ansatz, der mir sehr entgegengekommen ist, weil es in der historischen Aufarbeitung hier nicht nur darum geht, wer hat was wann und wo gemacht, sondern auch: warum. Wie ist das passiert, dass da aus einer Gruppe von ganz normalen, netten, guten, jungen Männern plötzlich Massenmörder werden, denen es offensichtlich nichts ausmacht, im Akkord unschuldige Menschen, Frauen, Kinder zu ermorden.“ („Wir, das Ergebnis von Mitläufern“)

    • „Wenn man diese teilweise unendlich grausamen, menschenverachtenden Texte liest, man hat immer so vorm inneren Auge, was für Monster, was für Aliens müssen das gewesen sein, und ich find im Film, dann sieht man da irgend so nen pickeligen Jungen, und dann stottert der Sebastian (..) irgendwie rum, warum er da die Kinder erschossen hat, und man erkennt auf einmal, das waren wahrscheinlich so pickelige Jungs, die halt einfach nicht nachgedacht haben, und gedacht haben, ich muss das machen, weil das ist peinlich, wenn ich mich rausstell, die halt nie was anderes gelernt haben, als zu gehorchen und das zu tun, was alle anderen machen, und das war für mich und hoffe, ist auch für den Zuseher echt irgendwie eine Erkenntnis, und das ist auch was, bilde ich mir ein, was nur der Film liefern kann.“ (Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“, Minute 10:34.)

  • Es wird Mitleid mit den Tätern geweckt: Sie leiden selbst unter ihren Taten.

    • „Ja, da wird den Tätern, die sich anfangs auch eingeredet haben, dass ihre Handlungen richtig sind, allmählich bewusst, dass das, was sie tun, böse ist – dass man es eigentlich nicht tun sollte. Wenn man ihnen zuhört, dann merkt man, wie sie daran zugrunde gehen, durchdrehen, zu Alkoholikern werden und in ihren Unterkünften herumschießen. Sie haben also offenbar tief im Inneren gespürt, dass das, was sie da tun, böse ist – oder eine Sünde, um einmal ganz katholisch zu werden…“ (Jenseits der Banalität)

    • „Eine meiner Lieblingsszenen ist, oder Lieblingsbilder ist, wo da nach dem ersten Massaker, wo sie alle traumatisiert sind, und da sitzt dieser eine und weint…“ Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“ Minute 19.15.)

  • Die Frage „Wie hätte ich mich in diesem Alter verhalten?“ wird aufgeworfen. Es ist die Frage, die diejenigen, die keine solchen Verbrechen begangen haben, in ihrem Urteil erschüttern soll, indem sie sie zu möglichen Mittätern stempelt. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass niemand weiß, wie er oder sie sich verhalten würde, bevor sie in einer solchen Situation ist. Andererseits gab es eben auch Menschen, die sich geweigert haben, zu schießen. Vielleicht hätten die Leser und Zuschauer wie diese gehandelt? Niemand weiß es, und daher kann eben nicht die implizierte Antwort gegeben werden, dass jeder sich in dieser Situation so verhalten hätte. (Hier ein Beispiel: Stefan Ruzowitzky über DAS RADIKAL BÖSE, Minute 3:05).

  • Als Erklärung dafür, dass Menschen sich an den Verbrechen beteiligten, wird in erster Linie der Konformitätsdruck genannt, der als eine allgemein menschliche Eigenschaft dargestellt wird: „Mir ging es darum zu zeigen, dass ein gewisser Konformismus tief in uns verwurzelt ist – die Sucht nach Harmonie, nach Anpassung; der Wunsch, Teil einer Gruppe zu sein, der gleichen Meinung zu sein; aufzusehen zu Autoritäten. Das sind alles Dinge, die für ein Zusammenleben durchaus wichtig sind. Und deswegen fällt es uns auch fürchterlich schwer, diese paar Momente zu erkennen, in denen man sagen muss: „Nein, da besteh ich jetzt auf meiner moralisch-ethischen Position, auch wenn das ein Widerspruch ist zu dem, was alle anderen sagen und denken.“ Das ist schwierig.“ (Jenseits der Banalität)

  • Erst nach den ersten Morden fangen die Täter an, ihre Taten vor sich selbst zu rechtfertigen, sich einzureden, dass der Mensch, den sie umgebracht haben, gefährlich war, sich selbst zu „brainwashen“ ( Stefan Ruzowitzky Jan 16, 2014 1:29 PM, Minute 3:10)

  • Es wird behauptet, es hätte nur eine kleine Anzahl von ideologischen Fanatikern gegeben, die dann den Rest der Bevölkerung mitgerissen hätte. ( Stefan Ruzowitzky Jan 16, 2014 1:29 PM Minute 1:42)

  • Der Holocaust wird aus Fundgrube für extreme Geschichten dargestellt:

    • „Als Geschichtenerzähler, der sich dafür interessiert, wie Menschen ticken, wie Menschen funktionieren, ist da natürlich der Holocaust, der Nationalsozialismus, ein Gebiet, wo’s einfach unwahrscheinlich viele Fragen gibt, warum können Menschen so extreme Dinge machen, so extrem böse sein, beziehungsweise die Opfer auf der anderen Seite, was macht man in solchen Notsituationen.“ (Stefan Ruzowitzky über DAS RADIKAL BÖSE, Minute 0:30) oder auch: „wegen der psychologischen Analyse, dass man sagt jetzt gerade als Geschichtenerzähler, wo man sich ja von Berufs wegen damit beschäftigt, warum ticken Menschen so, wie sie ticken, und gerade in so einem Extremfall ist das dann natürlich besonders interessant,“ (Den Tätern ein Gesicht geben).

    • „Als Geschichtenerzähler, wo man ständig angewandte Psychologie betreibt, eben zu ergründen, wie kommt es, dass eigentlich ganz normale psychisch gesunde Menschen so schreckliche Dinge tun können? Wie konnte der ganze Nationalsozialismus passieren? Was für Mechanismen sind da wirksam geworden, dass so ein hochkultiviertes Volk plötzlich in die Barbarei abdriftet? (Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“, Minute 1:37)

  • Der Holocaust (außer das „industrielle Töten“ in den Lagern wird als „konventioneller Genozid“ bezeichnet, ähnlich wie in Ruanda oder in Jugoslawien. Da es sich nur um einen von vielen Genoziden handelt, kommt die Frage auf, wie zu verhindern sei, dass solch eine Tat sich wiederholt. Wieder aber geht es in erster Linie um Psychologie, nicht um Ideologie. (Stefan Ruzowitzky über DAS RADIKAL BÖSE, Minute 4:06)

  • „dass das natürlich psychologische Mechanismen sind, die gewissen soziologischen historischen Umständen geschuldet sind, dass sie so zum Tragen kommen, dass solche Dinge öfter passieren, dass solche Dinge auch in der Zukunft wieder passieren können, es wird gesagt, dass Rassismus immer der erste Schritt für einen Genozid ist, es wird gesagt, dass es eben deswegen so wichtig ist, dass wir immer darauf achten, dass unsere politischen Institutionen gesund sind oder gut aufgestellt sind, damit es eben nicht zu solchen Fehlentwicklungen kommen kann.“ Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“, Minute 6:50.)

  • Andererseits scheint zumindest bei manchen Filmkritikern auch die Botschaft angekommen zu sein, dass es sich bei der Behauptung, man hätte schießen müssen, sonst wäre man selbst umgebracht worden, um einen Mythos handelt. Ich habe dies aus „Ordinary Men“ von Christopher Browning gelernt – wenn diese Botschaft nun einem breiteren Publikum zur Kenntnis gebracht wird, ist das begrüßenswert. („Die Täter sind tot. Gottseidank.“, Stefan Ruzowitzky Jan 16, 2014 1:29 PM, Minute 2:40)

    • „Ich finde, diesen letzten Block, wo’s um Verweigerungen geht, auf eine Weise den erschreckendsten, weil man sieht, dass waren jetzt, zum einen waren das gar nicht Leute, die so eine starke moralische Position haben, und dass zum anderen die Sanktionen, die man zu erwarten hatte, wenn man sich nicht bereit erklärt hat, täglich Dutzende, Hunderte Frauen und Kinder umzubringen, die Sanktionen waren, dass man öfter putzen musste und weniger Freizeit hatte und das Gefühl bekam, bei einer Beförderung übergangen zu werden, also dermaßen lächerliche Dinge, und dass das trotzdem niemanden oder nur ganz wenige dazu gebracht hat, zu sagen, also da ist mir jetzt die moralische Position wichtiger, ist fast einer der erschreckendsten Aspekte.“ Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“, Minute 9:29.)

  • Es wird auch erwähnt, dass das ganze nicht im luftleeren Raum geschieht. ( Stefan Ruzowitzky Jan 16, 2014 1:29 PM, Minute 1:35)

  • Es wird auch gesagt, dass am Anfang eines Genozids Rassismus steht. ( Stefan Ruzowitzky, Jan 16, 2014 1:29 PM Minute 2:05)

  • Vor allem wird immer wieder betont, dass der Film nichts entschuldigen will und dass die Täter auch anders gekonnt hätten:

    • „Entscheidet man sich, einen Film über die Täter zu machen, ist das ja gleich verdächtig. Noch schwieriger wird es, wenn man sie dann auch noch psychoanalytisch erklärt. Deswegen habe ich das im Film auch thematisiert: dass das keine Entschuldigung sein kann. Die, die gemordet haben, haben moralisch versagt. Sie wurden nicht gezwungen, das zu tun, sie hätten sich, wie einige wenige andere, dagegen entscheiden können.“ („Wir, das Ergebnis von Mitläufern“)).

    • „Dass Erklärung natürlich immer leicht verwechselt werden kann mit Entschuldigung, ist keine Frage, wir haben in der Diskussion, deswegen habe ich ja auch sehr viele Statements von meinen Psychologen Soziologen, die eben sagen, eine Erklärung, eine psychologische Erklärung kann nicht sein, darf nicht sein eine Entschuldigung, das sind zwei unabhängige Bereiche, und selbst wenn ich verstehe, warum Menschen in gewissen Situationen so gehandelt haben, dann ist es immer noch die moralische Bewertung eine andere Sache, es wird auch gesagt, dass es ja bei allen, aller Erklärung, es gab ja dann immer doch die wenigen, die trotzdem nein gesagt haben, sei’s im Milgram-Experiment, oder sei’s eben in den Einsatzgruppen, und die dadurch beweisein, es war möglich, trotz allem, auch sich anders zu entscheiden, auch eine moralisch richtige Position einzunehmen. Also, ich hab‘ versucht, alles mögliche zu tun, um eben diese psychologischen Erklärungen nicht zu Entschuldigungen werden zu lassen, aber dass das so missverstanden werden kann und wahrscheinlich auch missverstanden werden wird, von Leuten, die das missverstehen wird, das ist auch klar.“ Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“, Minute 7:56

Links zu Interviews:

Zum Abschluss noch die gesammelten Links zu den Interviews, die ich genutzt habe. Ein Teil davon sind Videos, ein anderer Teil sind in Zeitungen erschienen und liegen in Textform im Internet vor:

Website des Films: http://www.dasradikalboese.wfilm.de/Das_Radikal_Bose/Start.html

Jenseits der Banalität

„Die Täter sind tot. Gottseidank.“

Stefan Ruzowitzky über DAS RADIKAL BÖSE

Stefan Ruzowitzky
Jan 16, 2014 1:29 PM

Den Tätern ein Gesicht geben

„Wir, das Ergebnis von Mitläufern“

Stefan Ruzowitzky im Interview zu „Das radikal Böse“

Stefan Ruzowitzky über „Das Radikal Böse“

Gespräch am Samstag

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