An den Schlampenmärschen/Slutwalks gefällt mir…

… dass sie anscheinend zu einem Bündnis zwischen älteren und jüngeren Feministinnen führen. Ich meine, erinnert sich noch jemand an die Kontroverse zwischen Alice Schwarzer und Christina Schröder letztes Jahr? (Wobei Christina Schröder natürlich keine Feministin ist.) Ich selbst habe damals darüber nachgedacht, wie mir die modernen Formen von Feminismus (gender, oder queer) doch eher fremd sind.

Jetzt wird etwas Uraltes aufgegriffen: Vergewaltigungsmythen, konkret das übliche Victim-Blaming bei Vergewaltigungen. Als ich jung war, ging es mir vor allem darum, dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs sein wollte. (Habe ich auch gemacht, und ich tue es auch noch immer.) Jetzt geht es um einen anderen Mythos, den, dass die Kleidung einer Frau für die Vergewaltigung verantwortlich sein soll. Auch hier ist schon seit langem bekannt, dass es ein Mythos ist, jedenfalls bei denen, die sich mit dem Thema auskennen.

Ich denke, dass es für das Zustandekommen des generationenübergreifenden Bündnisses wichtig war, dass klar ist, worum es geht: Nicht um das Recht, sich sexy zu kleiden (wie manche Medien glauben), sondern um das Recht, nicht vergewaltigt zu werden, und um den Mythos, dass „aufreizende“ oder „freizügige“ Kleidung Vergewaltigungen provoziere oder sogar verursache.

Natürlich muss eine Frau das Recht haben, sich freizügig zu kleiden. Aber es ist eben auch so, dass sich statistisch nachweisen lässt, dass kein Zusammenhang zwischen Kleidung und Vergewaltigung besteht. Aber selbst wenn ein statistischer Zusammenhang bestünde, wäre doch nicht das Opfer, sondern der Täter für seine Handlungen verantwortlich. (Ich habe übrigens mehrere Männer gekannt, die selbst – denke ich – bestimmt keine Frau vergewaltigen würden, und doch Sympathie für Männer zeigten, die angeblich einem Minirock nicht widerstehen können. Es ist diese männliche Solidarität, die mich wundert.)

Ich habe ein paar Links gesammelt:

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe unterstützt ‘SlutWalks’

Interview mit Mitarbeiterinnen von österreichischen Beratungsstellen

Luise Pusch: Slutwalk und Schlampenmarsch

Dieser Beitrag wurde unter Feminismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu An den Schlampenmärschen/Slutwalks gefällt mir…

  1. madove schreibt:

    Interessante Sache… irre ich mich, oder endet der Beitrag mit einem Doppelpunkt? Oder zeigt nur mein Browser die versprochenen Links nicht an? Wenn Du sie noch nachreichen magst, werd ich ihnen gerne folgen!

  2. susanna14 schreibt:

    Danke für den Hinweis! Die Eingabemaske für Links ist für mich noch ungewohnt (ich denke immer, dass der „Titel“ dann auch als Link erscheint, wie früher bei den bcc-Foren), und, naja, der Rest ist mein eigener Fehler, ich hätte den Eintrag vor dem Posten lesen müssen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s